Harte Bandagen sind in der Luftfahrbranche üblich. Was sich gerade zwischen Ryanair und Lufthansa abspielt, überschreitet allerdings die Grenzen dessen, was man als Beobachter im Fluggeschäft gewohnt ist. Das Ganze begann eigentlich mit einer positiven Nachricht für den irischen Billigflieger, der die österreichische Laudamotion nach einer Entscheidung der EU-Kommission wie gewünscht zu 75 Prozent übernehmen darf. Das allerdings stellt die Airline nicht zufrieden. Denn sie beschuldigt Lufthansa, die Entwicklung von Laudamotion absichtlich zu behindern. Die Liste der Vorwürfe ist beachtlich: "Lufthansa hat zwei der elf Flugzeuge nicht übergeben, wie sie es aufgrund der Entscheidung EU-Wettbewerbshüter im Fall der Übernahme von Air Berlin hätte tun müssen", so Ryanair in einer Pressemitteilung. Einige Jets träfen erst zum Ende der Sommersaison ein. Daher habe Laudamotion mehrere Slots nicht belegen können.