28. März 2019 | 08:00 Uhr
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TUI sieht Existenzgründerkonzept „Mein Shop“ auf Kurs

Nach einem Jahr hat das Existenzgründermodell "TUI Mein Shop", das "schlüsselfertige Lösungen" für das eigene Reisebüro anbieten will, erst zehn Partner auf den Weg gebracht. Franchise-Manager André Repschinski ist mit dem Start dennoch zufrieden und kündigt an, dass das Konzept in nächster Zeit richtig Fahrt aufnehmen werde.

Repschinski André

Sieht "TUI Mein Shop" als Zukunftskonzept: André Repschinski

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Seit rund einem Jahr ist TUI nun mit dem Existenzgründer-Franchisemodell "TUI Mein Shop" am Start. Ende August erfolgte die erste Shop-Eröffnung im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort. Seither sei das System auf zehn Partner angewachsen, von denen ganze vier bereits eigene Büros eröffnet haben. Das ist, gemessen an den Ansprüchen des Marktführers, nicht viel. Dennoch ist André Repschinski, der die Expansionsbestrebungen der TUI-Franchisemodelle leitet, mit der Entwicklung zufrieden. "Wir haben gerade in der ersten Phase den Schwerpunkt darauf gelegt, unsere qualitativen Ansprüche umzusetzen", berichtet er. "Das hat sehr gut funktioniert." Alle neuen Büros performten erwartungsgemäß oder besser.

Da die Vorarbeiten geleistet seien, werde das Betreibermodell in nächster Zeit deutlich an Fahrt aufnehmen, ist der Vertriebsexperte überzeugt. Mittelfristig gehe er von einer dreistelligen Zahl an Agenturen aus, die mit Hilfe des TUI-Modells gegründet würden. Als wichtigste Zielgruppe sieht Repschinski nach wie vor junge Reiseprofis, die sich mit dem Reiseverkauf selbstständig machen wollen, denen aber das Eigenkapital zum Neustart aus eigener Kraft fehlt. Denen biete TUI nach sorgfältiger Analyse der Erfolgsfaktoren mit dem "Mein-Shop"-Modell eine schlüsselfertige Lösung, sagt er. Dabei stelle es für die Existenzgründer einen besonderen Vorteil dar, dass sie sich um viele klassische unternehmerische Aufgaben, wie etwa die Auswahl der passenden IT keine Gedanken machen müssten: "Die Franchisenehmer können sich voll und ganz auf ihre wichtigste Aufgabe konzentrieren: das Verkaufen."

Offen für Quereinsteiger

Interessanterweise war unter den allerersten "Mein-Shop"-Aspiranten gleich ein Quereinsteiger. Michael Meier, aus dessen erstem TUI-Büro mittlerweile drei Filialen geworden sind, stammt, wie übrigens ein großer Teil des heutigen TUI-Spitzenpersonals, aus der Mobilfunkbranche. Das sei reiner Zufall, sagt Repschinski und grinst. Was aber an dem Neuzugang der entscheidende Faktor gewesen sei, sei die Tatsache, dass er ein Verkäufer mit Leib und Seele sei, der sich für die Reisebranche begeistere. "Auch nach solchen Leuten halten wir die Augen und Ohren offen", versichert der TUI-Manager. Die klare Mehrzahl der Aspiranten seien aber klassische Tourismuskaufleute mit dem Wunsch nach einer neuen Perspektive unter dem Dach der TUI.

Der branchenfremde Existenzgründer Meier rüstete sich übrigens nicht nur mit Trainings und Coachings in Sachen Touristik für seine neue Aufgabe, sondern er stattete sein Büro auch von Beginn an mit qualifiziertem Fachpersonal aus. Neben TUI Reisecenter und den First Reisebüros soll "TUI Mein Shop" die dritte Säule in der derzeit 540 Reisebüros starken TUI-Franchise-Welt werden. Den etablierten Franchisepartnern sei das Gründermodell keineswegs ein Dorn im Auge, versichert Repschinski. Im Gegenteil: "Die Franchisepartner erkennen an, dass wir auf diese Weise auch Existenzgründern eine Chance bieten, die nicht das volle Spektrum unternehmerischer Entscheidungen tragen, sondern sich auf den Verkauf fokussieren wollen. Das haben wir von Beginn an sehr transparent und offen diskutiert", sagt Repschinski.

Vom ersten Tag an "Omnichannel"

Eine kleine Sonderrolle nehmen die "Mein-Shop"-Filialen innerhalb der TUI-Franchise-Welt übrigens ein: Sie sind von Beginn an bei der "Omnichannel"-Strategie des Konzerns mit dabei. Über gemeinsame Werbeerlaubnisse, die bei den Kunden eingeholt werden, nehmen die Agenturen vor, während und nach der Reise mit ihnen Kontakt auf und erhalten dabei Unterstützung vom Veranstalter. Auf diese Weise ergebe sich ein hoher TUI-Anteil im Vertriebsmix der Franchisenehmer quasi automatisch, sagt Repschinski, der von einer ausdrücklichen Vorgabe, wie hoch der Anteil des Konzerns an den Verkäufen der Büros sein muss, nichts hält: "Mit Marketing und den richtigen Produkten zu überzeugen, ist immer besser, als zu sagen: Du musst."

Christian Schmicke

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