10. November 2022 | 17:38 Uhr
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Reisebüroübernahme mit Hindernissen

Svenja Pegatzki (Foto vorn) hat das Reisebüro von Sylvia Hoffmann (Mitte) im baden-württembergischen Villingen zum 1. November übernommen. Es ist für die Touristikerin das erste eigene Reisebüro, Hoffmann gibt ihr Geschäft nach 25 Jahren ab. Zur Eröffnung gab es für die Nachfolgerin allerdings eine böse Überraschung in Form eines Wasserschadens.

Fernweh Villingen Gruppenfoto Foto Fernweh Villingen

Das Team im Reisebüro ist gut eingespielt: Svenja Pegatzki (vorn) ist nun die Chefin

Zur Übernahme gehörte für die 38-jährige Svenja Pegatzki auch ein neuer Name, aus Reisebüro Hoffmann wurde Fernweh Villingen. Öffnungszeiten, Standort und Team bleiben bestehen, das Büro wurde lediglich modernisiert.

Der Neustart war dennoch turbulenter als gedacht, erzählt die neue Inhaberin. Denn als sie in den ersten Tagen nach Wiedereröffnung das Büro am Morgen aufschloss, bekam sie nasse Füße. "Ich konnte meinen Augen kaum trauen, der neu verlegte Boden stand unter Wasser", sagt Pegatzki. Nun ist der Wasserschaden ein Versicherungsfall, eine Nachbarin die Verursacherin des Malheurs.

Motto "Wir schaffen das"
Die Reisebürochefin lässt sich davon aber nicht unterkriegen und bleibt optimistisch. Zum Glück sei die Technik nicht betroffen. "Das schaffen wir jetzt auch noch", lacht Pegatzki. "Denn ganz ehrlich – hätte ich Anfang des Jahres vom nahenden Kriegsbeginn, Energiekrise und Inflation etwas geahnt, hätte ich mich wahrscheinlich gegen die Übernahme entschieden", sagt sie.

Treue Kunden als Entscheidungshilfe
Pegatzki kennt den Standort in Villingen-Schwenningen gut, sie war seit 2017 bei Svenja Hoffmann angestellt. Als die ihr Ende 2021 anbot, das Reisebüro zu übernehmen, war die Mutter von vier Kindern noch unsicher. Sie habe sich Zeit genommen, mit ihrem Mann diskutiert und zum Jahresbeginn 2022 stand die Entscheidung für den Schritt zum ersten eigenen Reisebüro. Das Ladenlokal habe einen treuen und reiselustigen Kundenstamm, der auch trotz Krise für Buchungen sorge. "Lediglich bei Familien merke ich die Zurückhaltung, da wird kürzer verreist und insgesamt mehr auf den Preis geschaut", erzählt die Counter-Fachfrau.

Hoffmann bleibt dabei
Die Neueröffnung erlebt Hoffmann live mit, sie bleibt dem Team weiter erhalten. Einen Tag in der Woche unterstützt sie das Reisebüro und sitzt immer freitags am Counter. So hat die 65-Jährige mehr Freizeit, weniger Verantwortung und ist noch greifbar für ihre Stammkunden. Und die Jungen oder Quereinsteiger profitieren von ihrem Know-how.

Neu bei RTK
Eine Änderung gab es dann doch, der neuen Inhaberin war es wichtig, die Kooperation zu wechseln – von Alpha zu RTK. "Da wir alles früh organisiert haben, liefen 90 Prozent glatt beim Wechsel der Systeme", erzählt Pegatzki. Ausschlaggebend war für sie die Unabhängigkeit von einem Leitveranstalter, die bei Alpha nun mal nicht gegeben sei. Und RTK biete ein Midoffice-System, mit dem sie gerne wieder arbeiten wollte.

Sabine Schreiber-Berger

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