20. September 2022 | 07:00 Uhr
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Bei den Reisebüros macht sich Skepsis breit

Der touristische Vertriebsklima-Index, den die Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner ermittelt, sinkt im September zum dritten Mal in Folge. Die aktuelle Lage wird ähnlich gut wie im Vormonat eingeschätzt, aber die Erwartungen an die Zukunft haben sich bei den Reisebüros im Vergleich zum Vormonat weiter eingetrübt.

Reisebüro

Die Zukunftsangst ist zurück am Counter

Der Index, der im ersten Halbjahr eine starke Verbesserung erreicht hatte, bewege sich nun etwa auf dem Vor-Corona-Niveau von 2019, so die Autoren der Umfrage, an der diesmal rund 100 Reisebüros teilnahmen. Die aktuelle Lage wird von einer steigenden Anzahl der Teilnehmenden als schlecht bewertet (17%, Vormonat: 14%). Knapp 40 Prozent bewerten die aktuelle Lage beim Vertrieb von Reiseleistungen als gut. Ein Großteil der teilnehmenden Reisebüros schätzt die Situation weiterhin als befriedigend ein.

Beim Verkauf von Reiseleistungen im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Anzahl derer, die eine Steigerung verzeichnen von 67 Prozent im August auf 62 Prozent im September. Die Bewertung des Verkaufs sinkt den zweiten Monat in Folge. 17 Prozent der teilnehmenden Reisebüros geben an, dass der Verkauf von Reiseleistungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist und 20 Prozent bewerten den Verkauf der vergangenen zwei bis drei Monate als unverändert im Vergleich zum Vorjahr.

Pessimismus macht sich breit

Die Einschätzung der Nachfrage für die kommenden sechs Monate erhält einen massiven Dämpfer. 41 Prozent gehen derzeit von einer sinkenden Zahl an Reisebuchungen aus, das sind doppelt so viele Teilnehmer wie noch im August. Eine Steigerung wird von 25 Prozent der Teilnehmer erwartet (Vormonat: 26%) und 34 Prozent gehen von keiner Veränderung aus (Vormonat: 53%).

Die künftig erwartete Nachfrage spiegelt sich in den Aussichten für die Ertragssituation wider. Fast die Hälfte aller Teilnehmer erwartet eine sich verschlechternde Ertragssituation, was einen Anstieg um 20 Prozentpunkte im Vergleich zu August bedeutet. Es sinkt der Anteil derjenigen, die eine Steigerung (September: 20%, August 29%) oder eine gleichbleibende Situation (September 33%, August 44%) erwarten.

Fazit: Skepsis wächst

Die Tendenz aus den Monaten Juli und August bestätigt sich damit im September. Trotz des Rückgangs beim Verkauf von Reiseleistungen wird die aktuelle Lage weiterhin als positiv eingeschätzt. Im Bezug auf die Erwartungen an die Zukunft zeigt sich der Abwärtstrend allerdings weiterhin deutlich. Im Vergleich zum Vormonat steigt die Skepsis nochmals an.

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