22. April 2026 | 14:56 Uhr
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TUI senkt wegen Iran-Kriegs die Gewinnprognose

TUI hat wegen der Folgen des Iran-Kriegs die Gewinnprognose für 2026 gesenkt und die Umsatzprognose vorläufig ausgesetzt. Der Konzern erwartet beim operativen Ergebnis nun 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro statt des bisher angestrebten Zuwachses von sieben bis zehn Prozent. Grund sind unter anderem eine höhere Unsicherheit im Markt und Kosten von rund 40 Millionen Euro allein im März.

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Wie die gesamte Touristik hofft auch TUI auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs

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Bisher hatte TUI ein Wachstum des bereinigten Ebits von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,413 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Zugleich setzt das Unternehmen seine Umsatzprognose vorübergehend aus. Bis sich die Rahmenbedingungen stabilisieren, will der Konzern keine neue Orientierung für den Umsatz geben. Im Vorjahr hatte TUI 24,2 Milliarden Euro umgesetzt.

Krieg belastet Buchungen und Geschäft

Als Grund nennt das Unternehmen den anhaltenden Iran-Krieg und die Unsicherheit über dessen Dauer. Das schränke die kurzfristige Planbarkeit ein und führe zu größerer Zurückhaltung bei den Kunden. Zudem werde kurzfristiger gebucht.

Im Segment Märkte und Airline, in dem Veranstalter und Fluggesellschaft gebündelt sind, liegt der gebuchte Umsatz für den Sommer 2026 derzeit um sieben Prozent unter dem Vorjahr. Auch bei Hotels und Resorts hat sich die gebuchte Auslastung für das zweite Halbjahr abgeschwächt und liegt ebenfalls sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. TUI führt das vor allem auf schwächere Buchungen für die Türkei, Zypern und Ägypten sowie auf die Nachwirkungen des Hurrikans auf Jamaika zurück.

Nachfrage verlagert sich im Mittelmeerraum

Nach Angaben des Konzerns verschiebt sich die Nachfrage wegen der geopolitischen Lage vom östlichen in den westlichen Mittelmeerraum. Das trifft einzelne Zielgebiete, während andere Regionen davon profitieren.

Trotz dieser Belastungen erwarte TUI für das zweite Quartal eine "starke operative Entwicklung", heißt es. Das bereinigte Ebit soll im Vergleich zum Vorjahresquartal um fünf bis 25 Millionen Euro steigen. Im zweiten Quartal 2025 hatte der Wert bei minus 207 Millionen Euro gelegen. Die in Aussicht gestellte Verbesserung führt TUI auf die Transformation im Bereich Märkte und Airline zurück.

Rückholaktionen kosten 40 Millionen Euro

Allein im März schlugen die Folgen des Iran-Kriegs nach Angaben des Konzerns mit rund 40 Millionen Euro zu Buche. Darin enthalten sind Rückführungsmaßnahmen und operative Beeinträchtigungen. Nach Ausbruch des Konflikts Ende Februar hatte TUI im März rund 10.000 Gäste zurückgebracht, darunter etwa 5.000 Passagiere der Kreuzfahrtschiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 sowie rund 5.000 Gäste aus europäischen Quellmärkten. Hinzu kamen rund 1.500 ausgeflogene Crewmitglieder.

Kerosin weitgehend abgesichert

Bei der Energieversorgung verweist das Unternehmen auf einen hohen Sicherungsgrad. Zum 15. April seien 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer 2026 und 62 Prozent für den Winter 2026/27 abgesichert gewesen. Im Kreuzfahrtgeschäft sind nach Unternehmensangaben mehr als 80 Prozent der Energiekosten für das Geschäftsjahr 2026 abgesichert.

TUI betont zugleich, finanziell robust aufgestellt zu sein. Die starke Finanzposition und die Bilanz gäben dem Konzern die nötige Flexibilität, um auf das Marktumfeld zu reagieren und die Transformation fortzusetzen. Die angepasste Prognose beruht allerdings auf der Annahme stabiler geopolitischer Rahmenbedingungen und einer gesicherten Treibstoffversorgung. Das nächste Update will der Konzern mit den Ergebnissen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr am 13. Mai veröffentlichen.

Christian Schmicke

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