7. Mai 2026 | 07:00 Uhr
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KI-Ängste und Krieg belasten Tourismusaktien stark

Wenig Freude haben Anleger derzeit, wenn sie in Aktien von Touristikunternehmen oder Unterkunftsplattformen investiert sind. Fast alle Werte haben sich seit Jahresbeginn negativ entwickelt. Neben dem Iran-Konflikt sorgen sich Analysten, dass die Marktstellung einiger Anbieter durch KI unter Druck geraten dürfte.

Börsenkurs Aktie Absturz

Schlechte Zeiten für Anleger von touristischen Aktien, die Kurse sind seit Jahresbeginn gefallen

Seit Jahresbeginn 2026 zeigen die Börsenkurse der Touristik-Giganten einen überwiegend negativen Trend. So liegt die Aktie von Booking Holdings am 4. Mai rund 15 Prozent unter ihrem Kursstand vom 1. Januar 2026. Auch die Expedia Group notiert aktuell etwa fünf Prozent niedriger als zu Jahresbeginn. Beim deutschen Hotel-Metasucher Trivago beläuft sich der Kursrückgang seit Januar auf rund zehn Prozent, womit der Titel weiterhin nahe an seinen historischen Tiefstständen notiert.

Auch TUI, Europas größter Reisekonzern, steht Anfang Mai gut zehn Prozent tiefer als zu Jahresanfang. Nicht besser ist die Bilanz bei der Lufthansa, die seit Jahresbeginn fast 13 Prozent an Wert eingebüßt hat. Hier wirkt sich die derzeitige Buchungszurückhaltung der Kunden und die sprunghaft gestiegenen Kerosinkosten in Folge des Iran-Kriegs unmittelbar auf die Börsenkurse aus.

KI-Sorgen belasten Online-Buchungsportale

Eine Ausnahme in der Branche bildet derzeit lediglich Airbnb: Der Apartmentvermittler konnte sein Kursniveau seit Jahresbeginn leicht steigern und liegt aktuell etwa fünf Prozent im Plus. Dennoch schneidet Airbnb über einen längeren Zeitraum betrachtet schwach ab. Der aktuelle Aktienkurs (rund 130 US-Dollar) bleibt deutlich unter früheren Höchstständen von über 210 US-Dollar kurz nach dem Börsengang.

Ein wesentlicher Grund für die Schwäche bei Booking, Expedia & Co. sind Befürchtungen im Zuge des KI-Booms. Künstliche Intelligenz und neue Chatbot-Technologien drohen, die Spielregeln in der Online-Reisebuchung zu ändern. So zeigten sich Investoren Anfang 2026 besorgt, dass KI-gestützte Angebote oder Tech-Giganten mit AI-Plattformen den etablierten Buchungsportalen Kunden abjagen könnten. 

Diese "KI-Angst" traf besonders Booking Holdings hart. Trotz solider Quartalszahlen brach der Kurs zeitweise um über sechs Prozent an einem einzigen Handelstag ein. Bis Mitte Februar hatte die Aktie fast ein Viertel ihres Werts verloren.

Pascal Brückmann

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