17. Juni 2026 | 07:00 Uhr
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Irland Schritt für Schritt erwandern

Irland ist ein vielseitiges Ziel für Wanderkunden: Küstenpfade, Moore, Berge und alte Pilgerwege liegen oft nah beieinander. Die Auswahl reicht vom Spaziergang bei Dublin bis zum Aufstieg auf den höchsten Gipfel der Insel.

Irland, wie hier im Südwesten in der Grafschaft Kerry, kann man sich auch erwandern

Wanderfreunde fühlen sich in Irland wohl. Hunderte markierte Wege führen durch Berge, Moore, Wälder, Flusslandschaften und entlang der Klippen. Sie verbinden historische Städte, kleine Dörfer und Landschaften, die sich oft schon nach wenigen Kilometern verändern. Für Reisebüros ist das ein dankbares Thema, weil sich für fast jeden Kundentyp eine passende Route finden lässt.

Das Spektrum reicht vom kurzen Strand- oder Küstenspaziergang bis zur mehrtägigen Fernwanderung. Wer es anspruchsvoller möchte, findet auch Bergtouren. Wer Ruhe sucht, wandert durch Moore oder über abgelegene Halbinseln. Und wer eine Reise mit spirituellen Motiven verbinden will, folgt alten Pilgerwegen, die in Irland wieder stärker wahrgenommen werden.

Der Westen liefert die großen Bilder

Viele bekannte Wanderregionen liegen im Westen der Insel. Donegal im äußersten Nordwesten steht für Klippen, Hochmoore und viel Weite. Der Bluestack Way führt durch eine Landschaft, die im Spätsommer besonders farbig wirkt, wenn die Heide in verschiedenen Tönen leuchtet. Ein kleiner Tipp der Einheimischen hilft unterwegs: Je rötlicher das Kraut, desto feuchter der Untergrund.

Im Südwesten zählen der Dingle Way und der Kerry Way mit den Seen von Killarney zu den Klassikern. Beide Routen verbinden Küstenlandschaft, Hügel, Orte und Ausblicke. Wer eine echte Herausforderung sucht, nimmt den Carrauntoohil in den MacGillycuddy's Reeks ins Programm. Mit 1.038 Metern ist er Irlands höchster Gipfel. Eine bekannte Route führt über die sogenannte Teufelsleiter.

Der Connemara-Nationalpark (Foto unten) eignet sich für kürzere, aber hügelige Touren. Er bietet viel Landschaft auf überschaubarem Raum. Als Geheimtipp gilt die Beara-Halbinsel zwischen Cork und Kerry. Der Beara Way führt 206 Kilometer rund um die Halbinsel, Start und Ziel liegen in Glengarriff. Für die ganze Runde sollten rund neun Tage eingeplant werden. Der Name Beara bedeutet im lokalen Dialekt "Felsen an der Küste" – und beschreibt die Landschaft ziemlich gut.

Nordirland punktet mit Klippen und Küste

In Nordirland verläuft der 53 Kilometer lange Causeway Coast Way entlang einer der bekanntesten Küstenlandschaften der Insel. Die Route führt vorbei an der Carrick-a-Rede-Seilbrücke, den Ruinen von Dunluce Castle und dem Unesco-Welterbe Giant's Causeway.

Spektakulär ist auch der Gobbins-Klippenpfad in der Grafschaft Antrim. Er führt über Rohr- und Hängebrücken, in den Fels gehauene Treppen, durch Höhlen und Tunnel. Wichtig für die Beratung: Dieser Weg ist nur im Rahmen geführter Touren begehbar.

Auch der Osten hat starke Wanderargumente

Wandern in Irland muss nicht immer an der Westküste beginnen. Wer ab Dublin unterwegs ist, findet mit dem Wicklow Way eine gute Option. Der 127 Kilometer lange Weg startet in einem Vorort der Hauptstadt und führt durch Wälder, Gletschertäler und an Bergseen vorbei bis zur frühchristlichen Klostersiedlung Glendalough.

Für Einsteiger oder Kunden, die einen Städtetrip mit Bewegung verbinden möchten, eignet sich die Halbinsel Howth. Sie liegt – per Bus oder Nahverkehrszug aus der Dubliner Innenstadt – gut erreichbar und bietet mit einem Klippenweg ganz viel Meer-Panorama.

In der Mitte Irlands wartet der Glenbarrow Way in den Slieve Bloom Mountains. Im Frühjahr begrüßt er Wanderer mit einem Meer aus Glockenblumen. Außerdem treffen im Zentrum der Insel mehrere Fernwege aufeinander, darunter der Ireland Way, der Leitrim Way, der Cavan Way und der Suck Valley Way. Viele Abschnitte folgen den Ufern des Shannon und lassen sich gut etappenweise gehen.

Pilgerwege erleben eine stille Renaissance

Für Kunden, die Wandern mit Spiritualität verbinden möchten, bieten Irlands alte Pilgerwege einen besonderen Zugang. Der 35 Kilometer lange Tóchar Phádraig in Mayo führt von Ballintubber Abbey hinauf zum Croagh Patrick. Der Berg wurde schon vor der Zeit des heiligen Patrick verehrt und mit dem keltischen Gott Lugh verbunden. 

Der St. Declan's Way wird oft als "Irlands Camino" bezeichnet. Er verbindet auf 115 Kilometern Cashel mit Ardmore, einer der ältesten christlichen Siedlungen der Insel.

Im Norden führt der 130 Kilometer lange St Patrick's Way von Armagh über die Mourne Mountains, den Newry-Kanal und Newcastle bis nach Downpatrick. Dort soll der heilige Patrick begraben sein. An wichtigen Stationen gibt es Stempel für den Pilgerpass. 

Lesen Sie mehr über das Reiseziel auf der grünen Insel in der Themenwoche Irland auf Counter vor9: News, Hintergrund und Tipps für die Beratung im Reisebüro.

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