11. Juni 2024 | 06:07 Uhr
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Hotelbetriebe auf Usedom sorgen sich um Wettbewerbsfähigkeit

Hoteliers und Touristiker von der Ostseeinsel Usedom sind unzufrieden mit dem Geschäft und mit der Unterstützung durch das Land und den Behörden. Die Destination stehe kurz davor, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, heißt es. Insbesondere die agilere und günstigere Konkurrenz auf polnischer Seite der Insel macht den Betrieben zu schaffen.

Usedom Strand

Die Idylle trügt. Auf der Ferieninsel Usedom brodelt es, die Touristiker sind mit der Unterstützung durch die Politik unzufrieden

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Gegenüber der Ostsee Zeitung (Abo) klagt etwa Tim Dornbusch, Hotelier des Baltic Hotels in Zinnowitz, über die aktuelle Entwicklung. Die steigenden Kosten, einschließlich des Mindestlohns und der Energiepreise, hätten ihn zu einer signifikanten Erhöhung der Zimmerpreise gezwungen. Jetzt bekommt er die Zurückhaltung der Gäste zu spüren. 

"Es ist einfach zu teuer geworden. Die Leute wollen verreisen, aber sie schauen sehr genau auf den Preis. Und die Auswahl im Ausland ist riesig – und manchmal auch günstiger", so der Hotelier gegenüber der Ostsee Zeitung. Derzeit ist sein Hotel zu 67 Prozent ausgelastet und auch im Hochsommer rechnet er nicht mit mehr als 70 Prozent. Inzwischen hat Dornbusch seine Belegschaft von rund 140 auf nur noch 100 Mitarbeiter reduziert.

Immer häufiger richtet sich der Blick der Hoteliers auf die Möglichkeiten, die auf polnischer Seite existieren würden. Dort gibt es ein immer besseres Gastronomieangebot direkt am Strand mit Champagnerbars und tollen Fischrestaurants. Auf deutscher Seite klagen die Gäste dagegen schon länger über zu wenig Servicepersonal in den Restaurants und mangelnde Auswahl. Als Dornbusch vor einigen Jahren zumindest eine Pommesbude für seine Strandkorbgäste aufstellen wollte, wurde diese nicht genehmigt. Sein frustriertes Fazit gegenüber der Ostsee-Zeitung: "Auf Usedom gibt es zwei Lager der Arbeitenden – die Unternehmer und die, die die Arbeit der anderen verwalten." 

Finanzierungsengpässe verhindern neue Projekte

Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern und Tourismusbeauftragter des Landes, kann den Unmut der touristischen Basis auf Usedom durchaus verstehen. Gegenüber Hotel vor9 sagte er: "Wir verstehen die Sorgen auf lokaler und regionaler Ebene, es knirscht und knarrt an immer mehr Stellen. Der Fachkräftemangel, die gestiegenen Lohn- und Energiekosten sind eine echte Bürde." 

Es gelte nun den touristischen Kahn schnellstmöglich und aktiv wieder flott zu machen, so Woitendorf. "Lösungen gibt es nur gemeinsam", appelliert der Geschäftsführer der Landestourismusorganisation an alle Kräfte im Land. Nur im Schulterschluss könnten die Finanzierungsengpässe für neue Projekte und andere Herausforderungen überwunden werden.  

Nadine Riethdorf, Leiterin der Kurverwaltung des Ostseebad Koserow, würde sich das sehr wünschen. "Die Seebrücke in Koserow war die letzte große Fördermaßnahme des Landes auf Usedom", sagte sie der Ostsee Zeitung. Und schiebt hinterher: "Wenn Mecklenburg-Vorpommern wirklich Tourismusland Nummer eins sein will, muss es auch in den Tourismus investieren."

Pascal Brückmann

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