13. Oktober 2021 | 21:24 Uhr
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Wie das Herbstferien-Geschäft in den Reisebüros läuft

Die Nachrichten liefern zum deutschen Ferienstart Bilder von vollen Flughäfen, Bahnhöfen und Stränden, doch kommt der Reise-Boom auch am Counter in Form von Buchungen an? Reisebürochef Andreas Hirsch aus Karlsruhe berichtet von spürbarem Nachholbedarf, für Werner Stöter aus Kassel kann "von einem Ansturm keineswegs die Rede sein".

Bahnhof Menschen mit Maske

Die Herbstferien haben begonnen und Deutschland macht Urlaub, berichten Publikumsmedien

"Die Buchungen haben im letzten Monat zwar merklich zugenommen", sagt Werner Stöter vom gleichnamigen Reisebüro in Kassel. Pauschalreisen zu Badezielen in Europa liefen gut, jedoch fehlten die Umsatzbringer Fernreisen. Auch die Kreuzfahrten liefen nur schleppend wieder an, sagt auch Reisebürochef Klaus Spohr von der Derpart Wimke Reisewelt der Hessische Niedersächsische Allgemeine.

Deutschland mausert sich

Im September kam Andreas Hirsch bereits auf 80 Prozent der Buchungen vom September 2019. Jedoch hätten sich die von Kunden nachgefragten Destinationen verändert. "Wir haben unsere Deutschlandziele verdoppelt im Vergleich zu 2019", sagt Geschäftsführer Andreas Hirsch vom Reisebüro Hirsch in der Karlsruher Innenstadt. Zudem spiele der Sicherheitsfaktor bei den Kunden die größte Rolle. "Die Menschen die ins Reisebüro kommen, haben einen höheren Informationsbedarf", sagt Hirsch dem SWR. Er veranstaltet selbst wieder Busreisen seit Juni, mit enorm gestiegenem Planungsaufwand.

"Buchungen liegen bei 90 Prozent"

Anett Herrmann vom KM Reisebüro in Dresden bemerkt, dass im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr möglich ist. "Wir sind, was die Herbstferien betrifft, sehr zufrieden", sagt die Counter-Fachfrau dem MDR. "Unsere Buchungszahlen liegen bei 90 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau im Jahr 2019", so Herrmann. Ein Unterschied zu Vor-Corona-Zeiten sei die gestiegene Nachfrage nach Herbstreisen innerhalb Deutschlands. "Allerdings sind die Kunden von den Preisen entsetzt, die sind extrem gestiegen", berichtet Herrmann. Auch bei Reisen innerhalb der EU gäbe es einen leichten Preisanstieg. Reisebürochef Jürgen Bergsmann aus Bretten im Kraichgau bemerkt den Buchungsaufschwung für die Herbstferien, jedoch steigen seine Kunden nicht mehrheitlich auf Heimaturlaub um. Bei ihm seien klassische Pauschalreisen gefragt, sagt er zu Badische Neueste Nachrichten, mehrheitlich Spanien, Türkei, Wanderurlaub auf Madeira und vor allem Griechenland.

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