27. Juni 2019 | 12:00 Uhr
Teilen
Mailen

TUI Cruises erhält eigenes Provisionsmodell

Zwar zählen die Umsätze weiterhin zum TUI-Gesamtumsatz und fließen in den sogenannten Value-Anteil ein, aber die Vergütung richtet sich künftig nach einer eigenen Tabelle ohne Vorjahresbezug. Die Muttergesellschaft TUI ändert zum nächsten Geschäftsjahr kaum etwas an der Vergütung.

Mein Schiff 2

TUI Cruises erhält ein eigenes Provisionsmodell

Zwischen acht und 12,5 Prozent bewegt sich die Provision für Standardagenturen von TUI Cruises vom nächsten Geschäftsjahr an. Die neue Provisionstabelle tritt bei Buchungen ab dem 1. Juni für Reisen ab dem 1. November in Kraft. Wie bei TUI enthält sie auch bei der Kreuzfahrtmarke eine Differenzierung nach Bindungsstufen, durch die Partner mit engerer Bindung an TUI besser vergütet werden. Während etwa eine Standardagentur ab 75.000 Euro Jahresumsatz zehn Prozent Provision erhält, zahlt TUI Cruises einem TUI Reisecenter mit identischem Umsatz 11,3 Prozent Provision.

Auf einen Vorjahresvergleich, der wie bei TUI, Umsatzsteigerungen belohnt, verzichtet TUI Cruises. Grund dafür ist laut Vertriebschef Udo Lutz die Tatsache, dass TUI Cruises erst 2024 ein weiteres Schiff erhält. Große Umsatzsprünge seien daher für die Reederei in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.

Gewinner und Verlierer

Insgesamt führt die neue Regelung dazu, dass Agenturen mit starken Umsätzen bei TUI Cruises und eher geringen TUI-Umsätzen mit Buchungen für die Schiffe mehr Geld verdienen können. Reisebüros mit hohen TUI-Umsätzen und kleinerem TUI-Cruises-Geschäft erhalten hingegen für ihre Kreuzfahrtbuchungen weniger Provision. Laut Vertriebschef Lutz soll das neue Provisionsmodell dazu dienen, die Agenturen mit einem "neuen, leistungsgerechteren System zur weiteren, noch intensiveren Zusammenarbeit mit TUI Cruises zu animieren".

Neue  Incentives  für "Aktionsware"

TUI-Vertriebsdirektor Michael Knapp versichert indes, dass Buchungen für TUI Cruises auch weiterhin in den TUI-Gesamtumsatz und in die Berechnung des Value-Umsatzes einfließen. Von der eigenen Provisionstabelle für TUI Cruises abgesehen, hält Knapp sämtliche Provisionssätze in den Tabellen stabil. Neu sind lediglich Details wie das sogenannte TUI Value Upgrade, das Umsatzsteigerungen bei Mietwagen, Versicherungen und Flug-Zusatzleistungen mit zusätzlichen Punkten für den Value-Anteil belohnt. Außerdem sollen unterjährig  Aktionen mit preisreduzierten Angeboten, für die TUI maximal zehn Prozent Provision zahlt, und Aktionsangebote mit einem On-top-Incentive von zwei Prozent für die Vertriebspartner aufgelegt werden.

Christian Schmicke