24. November 2023 | 07:00 Uhr
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Tausende fliegen nach Dubai, um die Welt zu retten

70.000 Vertreter von 192 Ländern düsen um die halbe Welt nach Dubai, um über die Rettung unseres Klimas zu verhandeln. Denn am Golf findet die 28. Conference of the Parties statt, die Maßnahmenpakete beschließen soll, um die Erderwärmung auf aktuell unter 1,5 Grad zu begrenzen. Das Riesen-Event kann durchaus kritisch betrachtet werden. Was es damit auf sich hat, erklärt Euch Reisebürocoach Saskia Sanchez in einer neuen Folge unserer Umweltserie.

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In diesen Tagen beginnt in Dubai die Klimaschutzkonferenz 28. Conference of the Parties. Rund Tausende Teilnehmer aus der ganzen Welt verhandeln, wie die Erderwärmung begrenzt werden kann. In Kyoto wurde 1997 zum ersten Mal verabredet die Erwärmung zu stoppen, aber erst in Paris 2015, einigten sich 192 Länder auf eine Begrenzung unter 2 Grad und auf erste Maßnahmen, dies auch umzusetzen. 

In Dubai treffen sich Regierungsrepräsentanten, Wissenschaftler, Klimaschutzaktivisten, Unternehmen und Lobbyisten aller Branchen, um in Untergruppen zu verhandeln, Kooperationen zu schließen und gemeinsam an den Herausforderungen zu arbeiten. Auch Prominente, wie Papst Franziskus, König Charles oder Bill Gates werden dieses Jahr zur Conference of the Parties (COP) erwartet.

Kleine betroffene Länder können kaum mitreden

Aber nicht jedes von der Klimakrise betroffene Land wird es sich leisten können, in Dubai dabei zu sein. Dabei wäre es gerade bei der COP so wichtig alle Stimmen zu hören, insbesondere die jener Staaten, die schon heute am meisten unter der Klimakrise leiden. Das finanzstarke Europa kann es sich leisten, zehn Unterhändler in die parallellaufenden Verhandlungen zu schicken. Kleine Inselstaaten, wie Seychellen, Samoa oder Mauritius können bisweilen niemanden oder nur eine Person schicken, weil die Kosten für die Teilnahme in astronomische Höhen steigen. 

Für einige Länder sind die Tickets- und Hotelpreise ein absolutes Hindernis. Zudem ist es oftmals so, dass ein kleiner Staat sich nur bei einem Thema einbringen kann, anstatt überall dort Gehör und eine Stimme zu erhalten, wo es wichtig wäre. Dabei geht es um für diese Länder lebensnotwendige Themen wie Wasser, Landwirtschaft, Verlust und Schaden, Finanzen, erneuerbare Energien, Gesundheitssysteme etc.

Wichtige Themen aufs nächste Jahr schieben

Nicht nur das ruft Kritik an dem Massenspektakel hervor. Momentan wird das Event jährlich durchgeführt. Weil Themen nicht zu Ende diskutiert und geklärt werden, landen sie aus Zeitgründen auf der Agenda fürs nächste Jahr. Wie zum Beispiel die im letzten Jahr beschlossenen Zahlungen seitens der Industrieländer an vom Klimawandel betroffene Staaten. Geplant waren 300 Milliarden US-Dollar jährlich.

Natürlich wird auch gefragt, warum so viele Personen bei einer COP zugegen sein müssen, noch dazu viele Unternehmer und Lobbyisten, deren Engagement gegenüber Klimaschutz fragwürdig erscheint? Und warum Dubai? Allein die An- und Abreise der Teilnehmenden nach Dubai emittieren Unmengen an CO2. Und obendrein ist mit Sultan Ahmed Al Jaber ein Mann Vorsitzender der Klimaschutzkonferenz, der gleichzeitig CEO eines der größten Ölkonzerne ist.

Man kann nur hoffen, dass bis 10. Dezember echte Ergebnisse erreicht werden. Wir haben keine Zeit mehr zu vertun. Statt auf dem Kurs der Emissionsreduktion zu sein, haben wir, laut UN im letzten Jahr eine Steigerung der Treibhausgasemissionen in Höhe der Gesamtemissionen von USA, China und EU verzeichnet. Unsere Chancen die Erderwärmung einzudämmen, sind somit auf 14 Prozent gesunken. 

Du hast Anregungen, Kritik oder eine gute Idee fürs Klima? Dann schreib' uns: redaktion@gloobi.de

Sanchez Saskia Reisebürotrainer Foto privat.jpg

Saskia Sánchez ist freiberufliche Trainerin und Dozentin in der Tourismusbranche. Sie hat über 30 Jahre Erfahrung am Counter und arbeitete unter anderem für TUI, Windrose und Atmosfair. Auf einer Inforeise durch Namibia 2012 wurde sie Fan von nachhaltigem Tourismus und Klimaschutz, seitdem macht sie sich für das Thema stark.
 

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