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18. August 2020 | 08:31 Uhr
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Stimmung im Vertrieb bleibt miserabel

Gegenüber dem Vormonat weist der touristische Vertriebsklimaindex im August nur eine marginale Verbesserung auf. 93 Prozent der Reisebüros bewerten ihre Lage als schlecht.

Neue Reisewarnungen und eine steigende Zahl an Infektionen verunsichern die Menschen in der Hauptreisezeit und geben dem Reisevertrieb kaum eine Perspektive für die Zukunft, analysiert die Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner, die seit 2005 monatlich die Stimmung am Counter erfasst. Insbesondere der Blick in die Zukunft sei „verhalten“.

Auch im August empfindet keiner der Befragten den derzeitigen Vertrieb von Reiseleistungen als gut. Dies setzt sich bereits seit April so fort. Hingegen werten 93,2 Prozent der Reisebüros die derzeitige Vertriebslage als schlecht. Im Juli gaben dies noch 96,5 Prozent der teilnehmenden Reisebüros an. Immerhin 6,8 Prozent der Reisebüros (3,3% mehr als noch im Vormonat) bewerten die aktuelle Lage beim Vertrieb von Reiseleistungen als befriedigend.

Ein Vergleich zum Vorjahr zeigt den dramatischen Einbruch im Verkauf von Reiseleistungen. So geben 94,8 Prozent der teilnehmenden Reisebüros an, dass der Verkauf gesunken ist. Zwar werde die aktuelle Situation aufgrund von Lockerungen und der derzeitigen Urlaubszeit leicht positiver bewertet als noch im Vormonat, jedoch führten steigende Infektionszahlen und Reisewarnungen für wichtige Urlaubsländer vor allem beim Blick in die Zukunft zu großen Unsicherheiten, führen die Marktforscher aus.

Lediglich 0,9 Prozent der Befragten, und damit erneut weniger als noch im Vormonat (1,7%), rechnen damit, dass die Nachfrage nach Reiseleistungen in den nächsten sechs Monaten steigen wird. 5,1 Prozent der Reisebüros erwarten immerhin eine gleichbleibende Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahl war im Juli nahezu identisch (5,2%). Die große Mehrheit, 94 Prozent, hat weiterhin Bedenken und geht von einer sinkenden Nachfrage in den nächsten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr aus.

Kaum Hoffnung auf Besserung

Im Gegensatz zum Juli, wo noch ein leichter Optimismus hinsichtlich der künftigen Entwicklung zu verzeichnen war, sind die Erwartungen an die künftige Ertragssituation im August wiederschlecht. So erwarten nur noch 2,6 Prozent der Teilnehmer eine sich verbessernde Nachfrage. Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozentpunkte verringert. Sechs Prozent der Teilnehmer gehen davon aus, dass sich die Ertragssituation in den nächsten sechs Monaten nicht ändern wird (Vormonat: 6,9%). Weiterhin erwartet jedoch die Mehrheit der Befragten (91,4%), dass sich die Ertragssituation in Zukunft verschlechtert. Im Vormonat teilten diese Vermutung 89,7 Prozent.

„Während der Hauptreisezeit im August sind die Reisebüros beim Blick in die Zukunft nicht sehr zuversichtlich“, resümiert der Vertriebsklimaindex: „Zeigten die Teilnehmer in den letzten Monaten vor allem im Hinblick auf die zukünftige Lage noch vorsichtigen Optimismus, herrscht nun wieder Skepsis.“

Im August 2020 nahmen 117 Reisebüros an der Befragung teil (Vormonat 116).

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