So reagieren die Reiseveranstalter auf die Nahost-Krise
Der Konflikt mit Iran bringt den Reiseverkehr im Nahen Osten weiter durcheinander. Mehrere Veranstalter haben Reisen abgesagt, bieten kostenlose Umbuchungen an und organisieren Rückholflüge. Dertour bringt Gäste mit Sonderflügen aus der Region zurück. Auch TUI arbeitet an Rückholverbindungen, zudem können erste Kreuzfahrtgäste die Heimreise antreten.
iStock / Karol Ciesluk
Aus Dubai haben erste Rückholflüge bereits stattgefunden
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Seit dem 28. Februar führen Israel und die USA Luftangriffe auf Ziele im Iran durch, woraufhin Iran Ziele in der Region attackiert. Mehrere Staaten haben ihre Lufträume gesperrt, zahlreiche Airlines haben Flüge ausgesetzt. Die Lage bleibt in hohem Maße angespannt.
Die Dertour Group hat nach eigenen Angaben mit der Rückführung von Gästen begonnen. Gemeinsam mit Emirates und Etihad Airways bringt der Veranstalter Urlauber schrittweise aus Dubai und Abu Dhabi nach Deutschland zurück. Seit Dienstag starten Sonderflüge unter strengen Auflagen. Nach Angaben des Unternehmens konnte inzwischen knapp ein Viertel der betroffenen Gäste aus der Region ausgeflogen werden.
Ob weitere Flüge stattfinden können, hängt laut Dertour von der Sicherheitslage und verfügbaren Luftkorridoren ab. Die Situation im Luftverkehr bleibe sehr dynamisch.
Umbuchungen und Reiseabsagen
Dertour hat alle Reisen in Nahost-Ziele mit bestehender Reisewarnung bis einschließlich 8. März abgesagt. Für Pauschalreisen und Hotelbuchungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain, Jordanien, Oman und Saudi-Arabien mit Anreise bis 31. März bietet der Veranstalter kostenlose Umbuchungen auf gleichwertige Reisen in andere Regionen an.
Betroffen sind auch Reisende, die über Drehkreuze in der Golfregion weiter zu Fernzielen fliegen. Dazu zählen etwa Verbindungen auf die Malediven, nach Mauritius, auf die Seychellen, nach Thailand oder Vietnam. Die Dertour Group reagiert darauf mit Charterflügen. Insgesamt hat der Konzern bisher acht Chartermaschinen organisiert oder geplant. Für deutsche Gäste würden zwei Vollcharter und ein Teilcharter eingesetzt, die Urlauber von den Malediven nach Deutschland zurückbringen. Weitere Flüge, etwa zur Rückholung von Gästen aus Thailand, würden geprüft.
Wenn keine Flüge angeboten werden könnten, seien zunächst kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen für Reisen bis zum 8. März möglich, so das Unternehmen. Für Reisen bis zum 17. März würden kostenfreie Umbuchungen angeboten.
Weitere Veranstalter passen Programme an
Auch andere Veranstalter reagieren auf die Lage. Schauinsland Reisen hat alle Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate und in den Oman sowie Verbindungen mit Zwischenstopp in der Golfregion mit Abreise bis einschließlich 10. März abgesagt. Betroffene Gäste können ihre Reise bis zum 31. März kostenfrei auf ein anderes Zielgebiet umbuchen.
TUI arbeitet ebenfalls an Rückholverbindungen. Geplant sind Flüge aus der Golfregion nach Zentraleuropa. Zudem organisiert der Konzern einen Rückflug von den Malediven nach Frankfurt mit Abflug am 6. März und Ankunft am 7. März. Ein weiterer Flug von den Malediven nach Manchester ist für den 8. März vorgesehen.
Für Reisen in betroffene Regionen mit Anreise bis zum 31. März bietet TUI gebührenfreie Umbuchungen, aber auch explizit eine kostenfreie Stornierung an. Letzteres ist in den Aussagen der Konkurrenz nicht zu finden.
Hoffnung für Kreuzfahrtgäste
Bei TUI Cruises gibt es inzwischen erste positive Signale hinsichtlich der Rückreise der Kreuzfahrtgäste: Von Dubai aus haben einige Fluggesellschaften, vor allem Emirates, damit begonnen, gestrandete Reisende aus der Region auszufliegen, berichtet die Reederei. Auch erste Passagiere der Mein Schiff 4 konnten bereits so über Dubai nach Deutschland zurückkehren. Für weitere Gäste soll die Rückreise nun über Muscat im Oman ermöglicht werden.
Für Gäste der Mein Schiff 5 sind ab Samstag und in den darauffolgenden Tagen mehrere Sonderflüge über Saudi-Arabien nach Deutschland geplant. Weitere Details werden derzeit noch abgestimmt und sollen in Kürze bekannt gegeben werden, heißt es. Die Gäste werden voraussichtlich mit Bussen nach Riad oder Dammam gebracht.
Christian Schmicke
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