10. April 2026 | 21:56 Uhr
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Lufthansa-Piloten streiken zum Auftakt der neuen Woche

Nach dem Streik der Flugbegleiter am Freitag legen nun die Lufthansa-Piloten zum Wochenbeginn die Arbeit am Montag und Dienstag nieder. Betroffen sind die Deutsche Lufthansa AG, Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline sowie Eurowings. Immerhin, für die Lufthansa-Tochter City Airlines wurde ein Tarifvertrag für das fliegende Personal ausgehandelt. 

Streik Flughafen

Am Montag und Dienstag dieser Woche wird es zu erheblichen Einschränkungen bei der Lufthansa kommen

Hintergrund des Pilotenstreiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen: Laut der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit fehlen bei Lufthansa und Cargo Angebote zur betrieblichen Altersversorgung, bei Cityline ein tragfähiger Vergütungstarifvertrag und bei Eurowings ein akzeptables Altersvorsorge-Angebot. Lufthansa wies die Forderungen als "absurd und unerfüllbar" zurück. Flüge in den Nahen Osten sind bei Lufthansa und Cityline vom Streik ausgenommen, bei Eurowings werden alle Abflüge von deutschen Flughäfen bestreikt.

Nach dem Streik des Kabinenpersonals am Freitag gibt es aber zumindest bei der Lufthansa-Tochter City Airlines eine Einigung: Die Gewerkschaft Verdi und die Airline haben sich auf ein umfassendes Tarifpaket für das fliegende Personal verständigt. 

Laut Lufthansa umfasst die Vereinbarung sowohl einen Vergütungstarifvertrag als auch einen Manteltarifvertrag, der die Einsatzbedingungen für die Crews regelt. Die Verträge sollen rückwirkend zum 1. April 2026 in Kraft treten und eine Laufzeit von mindestens drei Jahren haben. Der Abschluss steht laut Unternehmensangaben noch unter Gremienvorbehalt.

City Airlines ist auf Kurzstreckenverbindungen spezialisiert

Die Belegschaft der City Airlines hatte sich zuvor mehrheitlich für Verdi als Tarifpartner ausgesprochen. Ein zentrales Element der Einigung ist laut Lufthansa City Airlines, dass für Cockpit- und Kabinenpersonal erstmals einheitliche Einsatzbedingungen gelten sollen. Das Unternehmen verspricht sich davon eine höhere operationelle Stabilität. Neben den Einsatzregelungen wurden auch Bestimmungen zur betrieblichen Altersvorsorge sowie zu einer ergebnisvariablen Vergütung tarifvertraglich festgeschrieben.

Die Airline sieht in der Einigung eine Grundlage, um im hart umkämpften europäischen Kurzstreckenmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. City Airlines bedient von den Lufthansa-Drehkreuzen in München und Frankfurt am Main aus Kurzstreckenverbindungen und soll die Kostenstruktur der Lufthansa-Gruppe auf diesen Strecken verbessern.

Gleichzeitig bleibt die Lage bei der Kernmarke Lufthansa angespannt. Wie das Fachportal Airliners berichtet, hat die Flugbegleitergewerkschaft Ufo für den kommenden Mittwoch eine Kundgebung am Frankfurter Flughafen angemeldet. Der Zeitpunkt ist offenbar bewusst gewählt: An diesem Tag wird Bundeskanzler Friedrich Merz die Lufthansa anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums besuchen. Ob es im Zuge der Protestaktion auch zu einem erneuten Streik des Kabinenpersonals kommen könnte, lässt die Gewerkschaft bislang offen.

Pascal Brückmann

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