26. November 2023 | 09:30 Uhr
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"Auf Social Media setzt man ganz oder gar nicht"

Stefan Siemon (Foto) hat im Reisebüro gelernt, ist seit 2009 bei der TUI und war dort unter anderem Ansprechpartner für Fragen von Vertriebspartnern rund um die Erstellung von Inhalten. Counter vor9 sprach mit dem Social-Media-Profi über die beste Mischung an Content und häufig gemachte Fehler. "Es geht vor allem um Menschen und Emotionen", sagt er.

Siemon Stefan TUI Senior Manager Social Media Foto TUI

Stefan Siemon ist Senior Manager Digital Communications & Social Media bei TUI

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"Innovationen und neue Dinge haben mich schon immer interessiert, darum bin ich in meiner Position als Digitalstratege sehr gut aufgehoben", sagt der 37-Jährige über sich selbst. Stefan Siemon hat seit 2009 fast alle Bereiche des Tourismuskonzerns TUI Group kennengelernt, vom Reiseverkauf über Reiseleitung bis zu Marketing und Unternehmenskommunikation. Er kennt die Alltagshürden, mit denen gerade Reisebüros im Umgang mit Social Media zu kämpfen haben.

Ein häufig gehörtes Argument ist etwa der Zeitmangel, über den viele Expis klagen. Jedoch entgegnet er dann, dass gerade Social Media eine Frage des Zeitmanagements ist. Denn wer sich dafür keine Zeit nimmt, dem ist das Thema vielleicht einfach nicht wichtig genug, ist Siemon überzeugt.

Feste Zeiten für Social Media einplanen

Eine Stunde am Tag sollte investiert werden, wenn man Social Media als Marketing-Tool ernst nimmt, rät Siemon. Auch dabei gehe es um Zeitmanagement, denn diese Stunde gehöre fest eingeplant in den Wochenplan. Diese tägliche Einheit sollte in Blöcke unterteilt sein, in Erstellung von Inhalten mit Bildern oder Videos sowie den Texten dazu. Ein weiterer Teil ist das Community Management, um zu sehen, wie und wo welche Inhalte funktionieren. "Dazu gehört die Interaktion, denn wenn Fragen oder Kommentare kommen, dann sollten die nicht unbeantwortet bleiben", rät der 37-Jährige.

Ein Themenplan gehört dazu

Wer sich mit Social Media beschäftigt, sollte am besten einen Redaktionsplan haben, in dem festgelegt wird, wann was gemacht wird. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Am Wochenende könne zum Beispiel samstags das Fernwehbild der Woche gepostet werden, das Lust auf Reisen macht. Montags folgt ein Quiz, schlägt Siemon vor, bei dem Follower zum Mitmachen aufgefordert werden. Donnerstags wird ein Kollege vorgestellt und freitags postet man Tipps für Reisende. "Wir alle sind Gewohnheitstiere, darum ist so ein regelmäßiger Rhythmus gut fürs Team und die Follower".

Ein weiterer Tipp aus eigener Erfahrung Siemons ist, dass ein Blick hinter die Kulissen gut ankommt. "Man kann einfach mal mit dem Handy durch die Stadt gehen und dabei erzählen, wie man zum Reisebüro gekommen ist. Oder ein Erklärvideo mit dem Thema 'So machen wir unsere Schaufenster-Deko' posten", sagt Siemon.

"Einfach mal machen"

Der größte Fehler in Sachen Social Media ist seiner Meinung nach, sich gar nicht erst zu trauen, eigene Inhalte zu erstellen. Da Siemon selbst Schulungen zum Thema abhält, kennt er die Ängste von Touristikern aus erster Hand. "Viele wollen sich selbst nicht sehen, in Videos oder Bildern", sagt er. Andere bremsten sich aus mit dem Argument, das Ergebnis genüge den Ansprüchen nicht, man könne sich blamieren oder einen Shitstorm ernten. "Das hat etwas mit unserer vorherrschenden Fehlerkultur zu tun. Einfach mal machen, ist die Devise", so Siemon. 

Dazu gehöre natürlich auch, dass Chefs in ihre Mitarbeiter investieren, sie an einer Schulung teilnehmen lassen, die Basics vermittelt. "Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber wir diskutieren gerade, dass bei ausgewählten Inforeisen der TUI zukünftig die Teilnehmer das Handwerkszeug für die Erstellung von Content erlernen können", sagt Siemon. Zu den Inhalten gehöre dann zum Beispiel: "Wie halte ich das Handy beim Selfie, wie mache ich ein Kurzvideo? Und wie poste ich es dann als cooles Reel auf Instagram oder auf Tiktok."

Unbedingt Gesicht zeigen

Wer sich und das Team nicht zeige, vergebe das wichtigste Argument für die Buchung im Reisebüro. Der 37-Jährige ist neben seinem Vollzeitjob als Marketing-Experte International bei der TUI Group auch noch mobiler Berater, er nutzt das TLTU-System Takeoff. "Mir macht es immer noch sehr viel Spaß, Reisen zu verkaufen, es gibt nichts Schöneres", findet Siemon.

Sabine Schreiber-Berger

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