Ab nach Brüssel, für Workation und die Sprache
Workation gilt als Benefit, bleibt in vielen Firmen aber eng geregelt. Bei Lufthansa City Center sind laut Beverly Brenkmann (Foto) nun erstmals fünf Tage pro Jahr möglich, innerhalb der EU. Die junge Touristikerin hat das Homeoffice zum Jahresende nach Brüssel verlegt und gibt im Gespräch mit Counter vor9 ihre Eindrücke und Tipps weiter.
Privat
Zimmer mit Aussicht und Laptop, das hat Beverly Brenkmann in Belgien gefunden
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Die 25-jährige Beverly Brenkmann arbeitet seit September 2024 im Marketing der Lufthansa City Center Reisebüro Partner in Frankfurt. Die Zentrale unterstützt nach ihren Angaben 280 Reisebüros in Deutschland. 2025 wurde dort Workation eingeführt – zunächst als Testlauf. Brenkmann hat im Dezember ihre erste Workation in Brüssel verbracht, in der Woche direkt vor Weihnachten.
Ab nach Belgien, der Sprache wegen
Die Wahl hatte persönliche Gründe. wie sie erzählt. "Eines meiner Lebensziele ist es, Französisch zu lernen, abseits von Schulkenntnissen", so die Touristikerin. Zudem sei Brüssel gut erreichbar von Frankfurt aus. Da Unterkünfte in Belgiens Hauptstadt nicht billig seien, habe sie bei der Anreise gespart und den Fernbus genutzt. Flixbus sei für sie eine pragmatische Lösung. "Man kann an Bord sehr gut arbeiten", so ihre Erfahrung. Die Fahrt dauere zwar länger als Bahn und Auto, sei aber für den Preis unter 30 Euro vertretbar. Zumal man in Brüssel wirklich keinen PKW brauche, wegen hoher Parkkosten.
Pluspunkte nach Feierabend
Der größte Gewinn lag für sie in den zusätzlichen Eindrücken nach Arbeitsende, und das obwohl sie in der Winterzeit unterwegs gewesen ist. Die Woche habe sich angefühlt wie zwei, sagt Brenkmann. "Nach dem Arbeitstag Nine to Five beginnt ein weiteres Five to Nine", sagt die 25-Jährige. Das verändere den Rhythmus und bringe viel mehr Input als etwa eine normale Woche im Homeoffice.
Gleichzeitig bleibe Workation kein Urlaub. "Die Abstriche muss man machen", sagt Brenkmann. Viele Angebote – Museen, Besichtigungen, bestimmte Termine – liegen in der Arbeitszeit. Auch die kurze Helligkeit im Dezember reduziert laut Brenkmann den Spielraum. In Brüssel habe das dennoch funktioniert, weil unter anderem Weihnachtsmärkte sowie ein Lichterfest abends zusätzliche Anlässe boten.
Gute Planung entscheidet über den Erfolg
Für Brenkmann steht die Unterkunft bei der Arbeit im Ausland mehr als üblich im Mittelpunkt. Es gilt eine stabile Arbeitsumgebung zu finden, in der man den Joballtag perfekt stemmen kann. Sie entschied sich für ein Apartment bei Airbnb und bezahlte eher mehr, um die Voraussetzungen gesichert zu erfüllen. "Man will ja dem Arbeitgeber das Vertrauen in die Workation-Zeit nicht direkt wieder entziehen", lacht sie.
Wichtig sei außerdem die richtige Lage. Entscheidend sei dabei, sich vorher über das Ziel schlau zu machen, nicht nur zu Sehenswürdigkeiten, und ein Viertel zu wählen, das zum Vorhaben und den Vorlieben passe. Es müsse ruhig genug zum Arbeiten, aber nicht so weit draußen sein, dass nach Feierabend zu viel Zeit in Verkehrsmitteln verloren gehe. Ein Supermarkt in Laufnähe sei ein weiteres wichtiges Feature, so Brenkmann zu ihren Kriterien.
Ziel vor Anreise mit Reiseführer studieren
Zudem empfiehlt sie, am Wochenende anzureisen. So bleibe vor dem ersten Arbeitstag Zeit, in der Stadt anzukommen. Dann sinke der Druck, während der Arbeitswoche etwas zu verpassen. "Und in meinem Gepäck ist auch immer ein klassischer Print-Reiseführer, der vor, während und nach der Reise zum Einsatz kommt", so die 25-Jährige. "Was ich gerne mache, ist die Locals nach ihren Tipps zu fragen. Da kommt wirklich Spannendes abseits ausgetretener Pfade heraus", so ein weiterer Vorschlag der jungen LCC-Managerin.
Realistische Erwartungen
Unter dem Strich sieht Brenkmann das Modell nach ihrer persönlichen Premiere positiv – trotz Grenzen. Sie würde es "zu 100 Prozent" wieder machen, versichert sie begeistert. Workation liefere neue Eindrücke, ohne dass die Arbeit liegen bleibe. Wer das Format nutze, brauche eine solide Planung, passende Rahmenbedingungen und die Bereitschaft, sich dem Rhythmus des Ziels anzupassen. Arbeitgeber sollten die Attraktivität von Workation nicht unterschätzen, so Brenkmann. Der touristische Nachwuchs liebe die Option, Arbeit und Reisen zu verbinden, ist sie sicher.
Sabine Schreiber-Berger