1. September 2020 | 17:57 Uhr
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Kommt ein Minister ins Reisebüro...

Auf Wahlkampftour in "seinem" Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo am 13. September Kommunalwahlen stattfinden, schaute Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vergangene Woche im LCC-Reisebüro Schlagheck in Coesfeld vorbei. 15 Minuten soll er sich für die Sorgen und Nöte des stationären Vertriebs Zeit genommen haben.

LCC Reisebüro Schlagheck Coesfeld

hoher besuch im LCC Reisebüro Schlagheck Coesfeld

Spahn sei mit einem Tross aus Lokalpolitikern, dem Landrat und zehn Security-Mitarbeitern vorgefahren. Zwei Sicherheitsmitarbeiter hätten während des Treffens mit mehreren Polizisten vor der Tür des Reisebüros gewartet. Auf der Facebook-Seite des Reisebüros berichtet Geschäftsführerin Laura Brokamp, man habe sich über die aktuelle Lage im Tourismus austauschen können, wo neue Reisewarnungen und ständig wechselnde Test- oder Quarantäneauflagen für Aufregung und große Verunsicherung sorgten. Der Minister sei "gut informiert" gewesen, sagte Brokamp dem Fachblatt "Touristik aktuell"

In der Diskussion, die einen großen Teil der Zeit eingenommen habe, habe Spahn der Reisverkäuferin zugestimmt, dass das Infektionsrisiko bei Reiserückkehrern nicht von den Pauschalurlaubern in Hotels ausgehe, sondern eher auf Familien zurückzuführen sei, die in den jeweiligen Heimatländern ihren Urlaub verbrächten, heißt es weiter. Und er habe eine "zeitnahe" Differenzierung der bestehenden Reisewarnung für mehr als 160 Länder in Aussicht gestellt.

In Social-Media-Kommentaren ist das Echo auf den Besuch geteilt. Es gelte, "jede Situation zu nutzen, um die Probleme der Reisebüros deutlich zu machen", schreibt eine Reisebüroinhaberin. Ein anderer Reiseprofis entgegnet. "Wäre er zu mir gekommen, hätte das Gespräch keinen friedlichen Verlauf genommen." 

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