12. Februar 2026 | 13:27 Uhr
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Generationen ticken bei Reiseversicherungen unterschiedlich

Sicherheit ist für 92,5 Prozent der Reisenden wichtig. Doch was darunter verstanden wird, unterscheidet sich deutlich nach Alter, wie der aktuelle Sicherheitsreport der Ergo Reiseversicherung nahelegt. Während Babyboomer konsequent Policen mit Rücktransport wählten, erwarte die Gen Z digitale Hilfe bei Dokumentenverlust oder Planänderungen.

Reiseversicherung Symbol Foto iStock Photobyphotoboy

Der Umgang der Generationen mit der Absicherung von Urlaubsreisen unterscheidet sich deutlich

Der Sicherheitsreport der Ergo Reiseversicherung basiert auf einer Online-Befragung des Meinungsforschungsinstituts Yougov. Im Zeitraum vom 5. bis 9. März 2025 wurden insgesamt 1.230 Personen in Deutschland befragt. Für die Auswertung wurden die Teilnehmenden in fünf Altersgruppen eingeteilt (18–24, 25–34, 35–44, 45–54, 55 Jahre und älter); knapp die Hälfte (45,3%) gehört zur Gruppe 55+. Die Ergebnisse sind – wie bei YouGov üblich – nach soziodemografischen Merkmalen gewichtet.

Zukunftsforscher Andreas Reiter beobachtet, die Gen Z sichere sich seltener über klassische Versicherungen ab und erwarte digitale Unterstützung unterwegs. Bei den über 55-Jährigen stünden dagegen medizinische Versorgung und Rücktransport an erster Stelle.

Versicherungsschutz mit Altersgefälle

Die Abschlussbereitschaft sei insgesamt hoch, variiere jedoch deutlich, so eine Erkenntnis der Umfrage. 38 Prozent der Babyboomer schließen nach eigenen Angaben immer eine Reiseversicherung ab. Bei Millennials sind es 28 Prozent, bei Gen X 22 und bei Gen Z 23 Prozent. Zugleich zeigen sich 29 Prozent der Gen Z offen für einen künftigen Abschluss, obwohl sie bislang keine Police hatten.

Bei den Leistungen verschieben sich die Prioritäten. 73 Prozent der Babyboomer wünschen einen Rücktransport im Krankheitsfall, bei der Gen Z sind es 37 Prozent. Reiserücktrittsschutz liegt generationenübergreifend zwischen 44 und 59 Prozent. Hilfe bei Gepäck- oder Dokumentenverlust ist für 36 Prozent der Gen Z relevant, aber nur für 23 Prozent der Babyboomer.

Unterschiedliche Sorgen unterwegs

Auch die Risikowahrnehmung differiert. Der Verlust von Dokumenten oder Gepäck beschäftigt 32 Prozent der Millennials und 31 Prozent der Gen Z, aber nur 23 Prozent der Babyboomer. Naturkatastrophen und extremes Wetter sorgen vor allem Ältere: 30 Prozent der Babyboomer nennen dieses Risiko, bei den Jüngeren sind es 20 bis 21 Prozent.

Kreditkartenbetrug oder Bargeldverlust sind für 26 Prozent der Gen Z ein Thema, für 15 Prozent der Millennials und 13 Prozent der Babyboomer. Sicherheitsaspekte für Kinder betreffen vor allem Millennials mit 25 Prozent. Insgesamt reisen Babyboomer am sorglosesten; elf Prozent geben an, grundsätzlich keine Risiken zu fürchten.

Das Sicherheitsgefühl beeinflusst auch das Verhalten vor Ort. 35 Prozent der Gen Z verzichten wegen Unsicherheiten auf bestimmte Aktivitäten, bei Millennials sind es 26 Prozent, bei Gen X 20 und bei Babyboomern 19 Prozent.

Digitale Kluft bei der Information

Die Informationsquellen spiegeln ebenfalls die Altersunterschiede wider. Millennials nutzen besonders häufig das Auswärtige Amt mit 62 Prozent, bei der Gen Z sind es 50 Prozent, bei Gen X und Babyboomern jeweils 49 Prozent.

Die Gen Z greift zusätzlich stark auf digitale Kanäle zurück: 48 Prozent informieren sich über soziale Medien, 41 Prozent über Online-Bewertungen und 27 Prozent über Blogs oder Foren. Empfehlungen von Freunden oder Familie spielen für 43 Prozent eine Rolle. Ältere Generationen setzen stärker auf Reisebüros oder Veranstalter; 38 Prozent der Vertreter der Gen X und 37 Prozent der Babyboomer nennen diese Quellen. Auffällig ist, dass sich 16 Prozent der Babyboomer vorab gar nicht über die Sicherheitslage informieren.

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