15. Juli 2026 | 19:23 Uhr
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US-Sanktionen treffen Kubas Tourismusministerium

Die US-Regierung hat jetzt auch das kubanische Tourismusministerium auf die Sanktionsliste der US-Finanzbehörde OFAC gesetzt. Aktuell ist noch unklar, welche direkten Auswirkungen die Maßnahme auf den Tourismus im Land und die Zusammenarbeit des Ministeriums mit Partnern aus der Reisewirtschaft hat. Unabhängig davon verurteilt das Ministerium die Entscheidung.

Kuba Havanna Plaza Vieja

In der kubanischen Hauptstadt Havanna gibt es zunehmend weniger Touristen

Die USA verschärfen ihre Sanktionen gegen Kuba seit dem zweiten Amtsantritt von Präsident Trump kontinuierlich. Handelspartner dürfen kein Öl mehr auf die Insel liefern, der Zahlungsverkehr mit westlichen Kreditkarten wurde unterbunden, und mehrere internationale Hotelketten haben ihre Häuser aus Furcht vor geschäftlichen Nachteilen geschlossen. Nun richten sich die Sanktionen direkt gegen das Tourismusministerium.

Das kubanische Fremdenverkehrsamt in Deutschland verurteilt die Maßnahme in einer Stellungnahme gegenüber Reise vor9 "in aller Schärfe". Die Listung verstoße gegen sämtliche internationalen Rechtsnormen sowie die Grundprinzipien der Weltorganisation für Tourismus. Die Sanktion sei Teil eines "Krieges gegen das kubanische Volk sowie dessen Lebensbedingungen und Lebensgrundlagen", erklärte das Amt.

Die Behörde spricht der Maßnahme sogar einen "genozidalen Charakter" zu. Die sozialen und menschlichen Kosten auf der Insel seien enorm und wirkten sich direkt auf die kubanische Bevölkerung aus, aber auch auf die geschäftlichen Interessen internationaler Partner und das Recht aller Bürger, sich frei und ohne Repressalien zu bewegen. Der Fall Kubas sei ein "Warnsignal" für die Gefahr, die von der Hegemonialmacht der Trump-Regierung für die gesamte Menschheit ausgehe.

Ministerium appelliert, Reisende sollten weiter Kuba besuchen

Trotz der verschärften Lage gibt sich das kubanische Tourismusministerium kämpferisch. Der Tourismus in Kuba begegne der Bedrohung als einer neuen Herausforderung, die es "mit Widerstand, Widerstandsfähigkeit und Klugheit zu bewältigen" gelte, so das Fremdenverkehrsamt. Was das konkret bedeutet, führt das Ministerium nicht aus. Das strategische Denken des Ministeriums sei darauf ausgerichtet, die Präsenz des internationalen Tourismus im Land aufrechtzuerhalten. Das Amt appellierte an Reisende weltweit, Kuba weiterhin zu besuchen. Allerdings gibt es aktuell immer weniger Flugverbindungen.

Welche konkreten Folgen die Listung des Fremdenverkehrsamts für die operative Zusammenarbeit des Ministeriums mit internationalen Reiseveranstaltern, Hotelketten und Fluggesellschaften hat, bleibt aktuell offen. Auf der Sanktionsliste geführte Einrichtungen sind üblicherweise für westliche Unternehmen ein erhebliches Compliance-Risiko, da bereits indirekte Geschäftsbeziehungen zu rechtlichen Konsequenzen führen können.

Die ohnehin angespannte Lage auf der Insel verschärft sich derweil weiter: Innerhalb von nur sieben Tagen kam es am Dienstag in Kuba erneut zu einem landesweiten Blackout. Die maroden Kraftwerke und der durch die US-Sanktionen verursachte Ölmangel lassen das Stromnetz regelmäßig zusammenbrechen.

Pascal Brückmann