13. Mai 2020 | 00:22 Uhr
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EU plant vorsichtige Öffnung der Binnengrenzen

Dadurch solle Sommerurlaub innerhalb Europas ermöglicht werden, heißt es nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur in einem Papier, das die Kommission am Mittwoch vorstellen will. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag Hoffnung auf eine schrittweise Öffnung gemacht. Österreich will am 15 Juni seine Grenzen öffnen.

Wenn man es koordiniert und sicher angehe, könnten die kommenden Monate den Europäern dringend benötigte Erholung verschaffen, so die Meldung. Derzeit kontrolliert etwa Deutschland noch bis Freitag die Grenzen zu mehreren Nachbarstaaten. Einreisen darf nur, wer einen wichtigen Grund vorweisen kann. Bundeskanzlerin Merkel stellte am Dienstag offenbar in einer Sitzung der CDU-CSU-Fraktion im Bundestag in Aussicht, dass sich das ändern könnte. Veränderungen bei den Grenzkontrollen müssten immer in Kooperation mit den Nachbarn vorgenommen werden, soll sie unter Berufung auf Teilnehmer gesagt haben. Ihr sei wichtig, dass die Kontrollen nicht "bis ultimo" fortgesetzt würden.

Die österreichische Nachrichtenagentur APA meldet, dass die Alpenrepublik ab 15. Juni ihre Grenzen wieder öffnen wolle. Schon ab Ende dieser Woche solle es an den Übergängen nur noch Stichproben geben. Details sollen heute beraten werden.

Die EU-Kommission warnt indes laut DPA vor einem zu schnellen Vorgehen. Dies könne zu einem plötzlichen Wiederanstieg an Infektionen führen. Die Kontrollen sollten zunächst dort gelockert werden, wo die epidemiologische Situation in den betroffenen Ländern vergleichbar sei. Es müssten ausreichende Test- und Krankenhauskapazitäten vorhanden sein. Zudem sollten die Hygiene-Vorschriften identisch sein.

"Deutlicher Rückgang" der Infektionen als Voraussetzung

Um Urlaub wieder zu ermöglichen, muss laut der EU-Kommission die Ausbreitung des Virus im Zielland deutlich zurückgegangen sein und für längere Zeit auf niedrigem Niveau bleiben. Zudem müsse in den Urlaubsregionen ausreichend Kapazität im Gesundheitssystem vorhanden sein, damit Krankenhäuser nicht von einem möglichen Anstieg an Infektionen überwältigt würden. Auch müsse es ausreichend Tests auf Covid-19 geben. Vor ihrem Urlaub sollten Bürger auf einer Online-Karte prüfen können, wie die Virus-Situation in ihrem Zielort sei. Eine entsprechende Karte wolle die EU-Kommission zusammen mit den zuständigen Stellen aufsetzen.

Das Gastgewerbe müsse sich ebenfalls anpassen, heißt es. Das Personal von Hotels müsse geschult werden und Gäste sollten regelmäßig über Neuigkeiten der Behörden informiert werden. Im Falle eines Corona-Ausbruchs müsse eine Kontaktverfolgung gewährleistet sein. Für Restaurants oder Cafés solle eine Maximalzahl an Gästen festgelegt werden. Zudem könnten Slots für die Mahlzeiten, den Pool oder das Fitnessstudio erwogen werden.

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