Wie die Veranstalter auf den Krieg am Golf reagieren
Die Eskalation im Nahen Osten legt den Reiseverkehr, nicht nur in den direkt betroffenen Ländern, lahm. Reise vor9 hat nachgefragt, ob Veranstalter Gäste in der Region haben und wie sie mit Flugstreichungen sowie anstehenden Reisen umgehen. Hier die Statements von Alltours, Berge & Meer, Studiosus, TUI und Co.
iStock Ruma Aktar
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Der Krieg zwischen Iran auf der einen sowie USA und Israel auf der anderen Seite wirkt sich derzeit auch auf etliche Reiseziele in der Region aus. Flüge werden gestrichen, Reisewarnungen ausgesprochen, diverse Veranstalter stornieren Reisen oder bieten kostenlose Umbuchungen an. Hier die Statements der wichtigen Player im deutschen Touristikmarkt, die Redaktion behält sich Kürzungen vor.
Alltours
"Alle betroffenen Alltours-Gäste, sowohl in der Golfregion als auch im Indischen Ozean, in Asien oder in Afrika, werden vor Ort von unseren lokalen Reiseleitungen betreut. Sie befinden sich aktuell in ihren gebuchten Hotels oder wurden – sofern erforderlich – in anderen Hotels untergebracht.
Für Reisende im Indischen Ozean, in Asien oder in Afrika mit gebuchten Rückflügen über Airlines aus der Golfregion beziehungsweise mit einem Stopover in einem der Golfstaaten, prüfen wir fortlaufend Umbuchungsmöglichkeiten auf alternative Airlines.
Unser Ziel ist es, allen betroffenen Reisenden schnellstmöglich die Rückreise zu ermöglichen. Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate und in den Oman mit Abreise bis einschließlich 8. März haben wir storniert. Neubuchungen für diese beiden Zielgebiete setzen wir vorsorglich bis einschließlich 7. April aus. Alltours ist für seine Kunden über eine 24-Stunden-Notfallhotline jederzeit erreichbar."
Berge & Meer
"Aktuell sind Gäste in Amman und Aqaba in Jordanien sowie auf Bali von den Flugstreichungen betroffen. Unsere Kunden werden von Partnern vor Ort betreut und fortwährend auf dem Laufenden gehalten.
In Jordanien planen wir alle Gäste mit Royal Jordanian auszufliegen. 76 von 116 Gästen sind bereits auf dem Heimweg. Insgesamt 13 Gäste auf Bali sind aktuell in Hotels untergebracht und werden von unserer Agentur betreut. Noch ist ungewiss, wann sie zurückfliegen können. Wir sind, wie alle anderen Veranstalter, im ständigen Austausch mit der Deutschen Botschaft, dem Auswärtigen Amt, unserem Partnern vor Ort und den Airlines.
Alle Jordanien-Reisen haben wir zunächst bis 4. März abgesagt und bewerten die Situation hier fortlaufend. Letzteres gilt auch für Bali-Abreisen bis Ende März."
Gebeco
"Wir sind tief erschüttert vom Leid der Menschen in den betroffenen Ländern. Gebeco-Reisende befinden sich derzeit nicht in den von den aktuellen Angriffen betroffenen Ländern. Reisende, die derzeit mit uns im Oman unterwegs sind, sind wohlauf und wir kümmern uns um die Rückholung. (...) Für Gäste, deren Rück- oder Weiterreise über betroffene Drehkreuze/Lufträume führen, prüfen wir laufend die Flugverbindungen und stimmen uns mit den Airlines ab. Wo nötig organisiert Gebeco Ersatzflüge und Hotelübernachtungen, denn das Wohl und die Sicherheit unserer Gäste hat für uns Vorrang.
Buchungsanfragen für Oman, VAE und Jordanien werden für Abreisetermine bis zum 31. März ausgesetzt. Zudem bieten wir unseren Reisenden bis Ende März eine kostenfreie Umbuchung für die Ziele Oman, VAE und Jordanien an. Kunden, deren Abreisen noch bevorstehen, werden von uns direkt und aktiv informiert."
Dertour Deutschland
"Das Auswärtige Amt hat am 28. Februar für verschiedene Gebiete im Nahen Osten eine Reisewarnung ausgesprochen. Folgende Reiseziele in unserem Programm sind von der aktuellen Reisewarnung betroffen: Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Oman, Jordanien, Israel und Kuwait.
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen sagen wir alle Reisen in die oben genannten Nahostgebiete mit einer Reisewarnung bis einschließlich 5. März ab. Betroffene Gäste können kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder erhalten alternativ den vollständigen Reisepreis zurück.
Aktuell befindet sich eine niedrige vierstellige Gästezahl in den von der Reisewarnung betroffenen Nahost-Gebieten. Es ist zur Sperrung von Lufträumen gekommen. Wie lange diese dauern werden, ist derzeit unklar. Gäste, die aufgrund von Luftraumsperrungen vor Ort derzeit nicht nach Hause fliegen können oder auf einen Weiterflug warten, sind von uns informiert worden und werden vor Ort betreut. Vor Ort stehen unsere lokalen Reiseleitungen den Gästen als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Reiseleitungen werden die Hotelunterbringung entsprechend verlängern oder alternative Zimmer in anderen Hotels zur Verfügung stellen. Über neue Rückreisemöglichkeiten informieren wir schnellstmöglich.
Krisenteams im Einsatz, 24/7-Hotline für Gäste und Reisebüros
Wir bieten sofortige Unterstützung durch speziell ausgebildete Krisenteams. Für betroffene Gäste, die ihre Reise über die Reiseveranstalter Dertour, ITS, Meiers Weltreisen oder Clevertours gebucht haben, steht die Hotline 06995884076 zur Verfügung, die rund um die Uhr erreichbar ist. Betroffene haben dort Zugang zu Ansprechpartnern, die gezielt für solche Situationen geschult wurden. Auch Reisebüropartner von Dertour erhalten unter dieser Nummer Unterstützung bei Rückfragen.
Reisende mit Flugverbindungen über Nahost-Drehkreuze
Aufgrund der aktuellen Sperrungen im Luftraum des Nahen Ostens sind in Teilen auch Reisende in anderen Regionen betroffen. Für Transit-Reisende, die aufgrund von Flugstreichungen nicht wie geplant abreisen können, suchen unsere Teams derzeit nach alternativen Flugverbindungen. In den Fällen, in denen wir keine neuen Flugverbindungen anbieten können, sind kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen möglich. Für Gäste mit Umstiegen in den Nahost-Drehkreuzen, deren Rückflug nach Deutschland gestrichen wurde, suchen unsere Teams ebenfalls nach Flugalternativen."
Schauinsland
"Aktuell befinden sich Pauschalreisende von Schauinsland-Reisen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zudem sind Gäste auf der Langstrecke betroffen, deren Rückflüge aufgrund der Luftraumsperrungen und Flughafenschließungen annulliert wurden. Konkrete Zahlen veröffentlichen wir aus operativen Gründen derzeit nicht. Die Anzahl bewegt sich jedoch im Rahmen unserer üblichen Kapazitäten für die betroffenen Zielgebiete.
Unsere Pauschalreisenden erhalten bei annullierten Rückflügen zunächst eine Hotelverlängerung von mindestens fünf Tagen – nach Möglichkeit im gebuchten Hotel. Unsere Reiseleiter und Service-Teams stehen in engem Kontakt mit den Gästen vor Ort und informieren regelmäßig über den aktuellen Stand. Parallel prüfen wir kontinuierlich alternative Rückflugoptionen.
Reisen in die unmittelbar betroffenen Zielgebiete – insbesondere in die Vereinigten Arabischen Emirate – werden vorerst bis auf Weiteres ausgesetzt, solange keine verlässliche Durchführung gewährleistet ist. Über den genauen Zeitraum entscheiden wir fortlaufend auf Basis der aktuellen Entwicklungen und behördlichen Vorgaben."
Studiosus
"Derzeit befindet sich eine Reisegruppe und einige Individualreisende von Studiosus im Oman. Allen Gästen geht es gut und alle werden durch unsere Reiseleitung sowie örtliche Agenturpartner betreut. Unsere Kunden werden nach aktuellem Stand planmäßig am 6. beziehungsweise 7. März ausreisen. In den Golfstaaten, Saudi-Arabien, Jordanien und Israel hatten und haben wir aktuell keine Gäste.
Weitere Abreisen in den Oman sowie nach Jordanien, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate sind für die kommenden Wochen geplant. Bis einschließlich 22. März geplante Abreisen in diese Länder sagen wir nun ab."
TUI und Tuifly
"Alle Reiseveranstalter benötigen die jeweiligen Fluggesellschaften, um den Gästen eine Abreise aus der Region zu ermöglichen. Solange dies nicht möglich ist, kümmern wir uns um die Pauschalreisegäste vor Ort und sind mit den Fluggesellschaften in Kontakt. Reisen in die Emirate sagen wir bis Freitag ab, nach Katar vorerst bis heute. Dies kann sich durch die augenblickliche Lage weiter verändern – man geht also rollierend vor. Auf Basis der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes können Gäste mit unmittelbar bevorstehender Abreise ihren Urlaub gebührenfrei umbuchen oder stornieren. Auch hier werden wir je nach Entwicklung das Vorgehen rollierend anpassen."
Sabine Schreiber-Berger
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