2. November 2023 | 19:05 Uhr
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Was sich hinter "30 by 30" gegen das Artensterben verbirgt

Auf der Biodiversitätskonferenz im vergangenen Jahr haben 190 Staats- und Regierungschefs vereinbart, dass 30 Prozent der Erd- und Wasserfläche bis 2030 in Schutzgebiete umgewandelt werden sollen, um den Verlust weiterer Arten zu stoppen. Davon sind wir noch weit entfernt. Bislang sind lediglich rund 15 Prozent Landfläche und acht Prozent der Ozeane geschützt. Warum das nicht nur negativ ist, erklärt Euch Reisebürocoach Saskia Sanchez in einer neuen Folge unserer Umweltserie.

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Im vergangenen Jahrhundert hat die Erde rund 60 Prozent an Tiermasse verloren. Allein die großen Meeressäugetiere sind um 90 Prozent zurückgegangen und jeden Tag sterben etwa 140 Arten aus. Diese Zahlen sind schockierend, und der Schutz der Arten durch den Schutz ihres Lebensraumes zu gewährleisten, scheint die logische Schlussfolgerung zu sein. 

Und tatsächlich: In Gebieten, wo Tiere nicht mehr gejagt werden, erholen sich Bestände wieder. Zum Beispiel Cabo Pulmo auf der Baja California. Überfischt, tote Korallenbänke – in den 90er Jahren war Cabo Pulmo eine Unterwasserwüste. Nachdem dort ein Meeresschutzgebiet eingerichtet wurde, erholten sich die Korallenbänke. Heute ist es ein Taucherparadies und dank der Einhaltung strenger Vorgaben können auch Fischer wieder arbeiten. Dies ist nur eines von vielen positiven Beispielen.

Es gibt jedoch auch eine große Anzahl kritischer Stimmen, die die Initiative "30 by 30" unbedingt verhindern wollen. Eine davon ist die Organisation Survival International, die sich für die Belange indigener Völker einsetzt. Indigene sind von jeher Naturschützer, denn sie leben im Einklang mit Flora und Fauna und nutzen diese nur zu ihrem eigenen Bedarf für Lebensmittel, um Medizin herzustellen, oder Hütten zu bauen. Wo sie leben, ist die Biodiversität hoch.

Wenn nun künftig in Asien oder Afrika gerade diese Landstriche als Schutzgebiete ausgewiesen werden und hier keine Menschen mehr wohnen dürfen, drohen diejenigen ihre Lebensgrundlage zu verlieren, die nichts zu dem beispiellosen Artensterben und der Naturzerstörung beitragen. Wenn rigoros umgesetzt, würde 30 by 30 viele negative Effekte haben. Und wahr ist leider auch, ohne rigorose Veränderung unser aller Lebensstil, wird das Artensterben auch mit 30 by 30 nicht gestoppt.

Du hast Anregungen, Kritik oder eine gute Idee fürs Klima? Dann schreib' uns: redaktion@gloobi.de

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Saskia Sánchez ist freiberufliche Trainerin und Dozentin in der Tourismusbranche. Sie hat über 30 Jahre Erfahrung am Counter und arbeitete unter anderem für TUI, Windrose und Atmosfair. Auf einer Inforeise durch Namibia 2012 wurde sie Fan von nachhaltigem Tourismus und Klimaschutz, seitdem macht sie sich für das Thema stark.
 

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