8. Februar 2021 | 15:01 Uhr
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Warum sich Reisebüros stärker spezialisieren müssen

Die Corona-Krise habe auch viele Ältere ins Netz abwandern lassen, sagt der frühere DER-Touristik- und TUI-Manager René Herzog (Foto). Daher werde das klassische Geschäft mit Badeurlaub verstärkt an den Online-Vertrieb gehen. Um dagegenzuhalten, müssten stationäre Büros die persönliche Kundenbindung nutzen und sich gegebenenfalls stärker spezialisieren.

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René Herzog

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Im Interview mit dem Fachblatt "FVW" erklärt Herzog, der mittlerweile bei der Boston Consulting Group arbeitet, Reisebüros müssten sich fragen, bei welchem Anteil ihrer Umsätze Fachkompetenz kriegsentscheidend sei. In der Regel seien die höchsten Umsatzanteile im stationären Vertrieb nicht etwa die beratungsintensiven Produktgruppen, sondern die Sun-&-Beach-Pakete. In diesem Segment sei für die OTAs wegen ihrer starken Sichtbarkeit, großen Vermarktungskraft und der großen Produktvielfalt weiterhin mit wachsenden Marktanteilen zu rechnen.

Zugleich gelte aber, dass persönliche Kundenbindung und fachliche Expertise "nicht käuflich und nicht kopierbar" seien. Damit bildeten diese Qualitäten "eine Alleinstellung und vor allem einen Mehrwert für die Kunden". Daraus ergebe sich, "dass Einzelbüros prüfen sollten, sich gegebenenfalls stärker zu spezialisieren, zusätzliche Services anzubieten und vor allem ihre Kundendaten und -kontakte möglichst professionell zu managen", so Herzog gegenüber der "FVW".

Bei den Online-Reisemittlern sei eine Tendenz zu erkennen, verstärkt selbst als Veranstalter aufzutreten, sagt der frühere DER-Touristik-CEO. Es gebe große Pauschalreisemittler, deren eigene Veranstalter bereits deutlich mehr als 25 Prozent vom Umsatz ausmachten. Damit werde die Luft für die klassischen Veranstalter im Bereich Badeurlaub dünner. "Der Retail, der selbst produziert, ist meines Erachtens kurzfristig wahrscheinlicher als der Veranstalter, der stark selbst vermarktet", prognostiziert Herzog.

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