9. März 2026 | 16:59 Uhr
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Veranstalter und Außenamt holen weiter Gäste zurück

Die angespannte Lage im Nahen Osten wirkt sich weiter intensiv auf den Tourismus aus. Reiseveranstalter sagen Programme ab, Airlines setzen Verbindungen aus und organisieren gemeinsam mit Behörden Rückholaktionen für Reisende.

TUI Cruises Mein Schiff 4 Foto TUI Cruises

Die Gäste, die auf der Mein Schiff 4 festsaßen, sind mittlerweile wieder zu Hause

Das Auswärtige Amt hat nach eigenen Angaben einen weiteren Ausreiseweg für deutsche Staatsbürger geschaffen, die Israel verlassen wollen. Geplant sei ein Bustransport von Tel Aviv nach Scharm el-Scheich in Ägypten, heißt es. Von dort könnten Reisende mit zivilen Fluggesellschaften weiter ausreisen.

Auch aus anderen Ländern der Region läuft die Ausreise deutscher Staatsbürger an. Aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist bislang eine vierstellige Zahl von Deutschen ausgereist. Erste Maschinen starteten auch aus Katar. 

Rückholflüge für Pauschalreisende

Reiseveranstalter organisieren parallel Rückholmaßnahmen. TUI stellt dabei nach eigenen Angaben neben den eigenen Gästen auch anderen Reiseunternehmen sowie den jeweiligen Regierungen frei bleibende Sitzplätze zur Unterstützung der Rückführung zur Verfügung. 

Erste Kunden hatte der Konzern am vergangenen Dienstag mit Emirates zurück nach Deutschland geflogen. TUI Cruises hatte in den letzten Tagen weitere Vollcharter von Emirates für die Rückreise gebucht. Inzwischen hätten die Gäste der Mein Schiff 4, die vor Abu Dhabi liegt, nach Hause fliegen können, so das Unternehmen. Die Rückreise der Passagiere der Mein Schiff 5, die in Doha liegt, habe am Sonntagabend ebenfalls begonnen.

Die Reederei hat unterdessen die rund dreiwöchige geplante Reise "Auszeit zwischen den Kontinenten", die je nach gebuchter Variante am 22. oder 23. März in Dubai starten, über die Seychellen, Mauritius und La Réunion nach Südafrika führen und in Kapstadt am 11. April enden sollte, abgesagt. Ob und falls ja wann ein späterer Zustieg erfolgten könnte, hängt vom Kriegsverlauf ab.

Darüber hinaus sind laut TUI in der Nacht von Samstag auf Sonntag insgesamt drei Sonderflüge in Deutschland gelandet. Rund 550 Pauschalreisegäste wurden so nach Frankfurt und Hannover zurückgebracht. Neben zwei Flügen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten befand sich unter den Ankünften auch eine Maschine mit rund 300 Reisenden von den Malediven.

Fluggesellschaften streichen Verbindungen

Auch im Flugverkehr zeigen sich die Auswirkungen der Krise. Die Lufthansa Group verlängert die Aussetzung mehrerer Strecken. Flüge nach Dubai, Abu Dhabi und Dammam in Saudi-Arabien bleiben bis einschließlich 15. März gestrichen.

Die Verbindung nach Tel Aviv wird bis einschließlich 2. April ausgesetzt. Bereits zuvor hatte der Konzern Flüge nach Amman in Jordanien und Erbil im Irak bis zum 15. März sowie in die libanesische Hauptstadt Beirut bis zum 28. März gestrichen. Die Verbindung nach Teheran bleibt bis einschließlich 30. April ausgesetzt.

Weiterhin bedient werden unter anderem Riad mit Lufthansa und ITA Airways sowie Jeddah mit Eurowings. Auch Flüge nach Larnaca auf Zypern finden weiterhin statt.

Tausende Deutsche registriert

Auf der Krisenvorsorgeliste Elefand des Auswärtigen Amts sind indes weiterhin mehr als 27.000 Deutsche registriert. Allerdings plant nicht jeder von ihnen eine Ausreise aus der Region. Das Außenministerium ruft Personen, die bereits ausgereist sind, dazu auf, ihre Einträge in der Liste zu löschen.

Christian Schmicke

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