19. Januar 2026 | 07:00 Uhr
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Rainer Stoll über Übergabe, Ausstieg und neue Freiheiten

Im Reise-vor9-Podcast spricht Rainer Stoll über seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft bei Travel to Nature und die Übergabe an die nächste Generation. Der Gründer schildert, warum Corona den Schritt beschleunigte, wie schwierig das Loslassen war und weshalb er sich nun stärker auf Reiseleitung sowie Natur- und Artenschutz konzentriert.

Stioll Rainer

Rund die Hälfte des Jahres will Rainer Stoll künftig auf Reisen sein

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Der Abschied kam nicht aus heiterem Himmel. Stoll hatte früh angekündigt, sich aus dem operativen Geschäft seiner drei Unternehmen zurückzuziehen. Four Family Reisen ist bereits komplett verkauft, bei Travel to Nature und Birding Tours übernahmen seine Kinder und ein langjähriger Weggefährte die Verantwortung. Zwei Jahre Übergangszeit gab es – begleitet von einem externen Coach. Das habe geholfen, Rollen zu klären und Konflikte zu entschärfen. Seit dem 1. Januar ist Stoll ganz raus aus dem Tagesgeschäft.

Loslassen als größte Herausforderung

Der formale Teil sei handhabbar gewesen, sagt Stoll. Schwieriger war die psychologische Seite. Nach drei Jahrzehnten als Geschäftsführer plötzlich nicht mehr zu entscheiden, belaste. "Man wird nicht mehr gefragt", beschreibt er den Einschnitt. Der konsequente Rückzug aus dem Büro sei auch deshalb nötig gewesen. Heute beschränkt sich der Austausch auf regelmäßige Shareholder-Gespräche. Für das Team habe das Klarheit geschaffen.

Die neue Generation bringt andere Managementansätze ein. Klare Ziele, Kennzahlen und mehr Delegation prägten den Alltag, sagt Stoll. Das Unternehmen sei stärker auf Wachstum ausgerichtet als früher. Für die Mitarbeitenden bedeute das mehr Verantwortung und Gestaltungsspielraum – aber auch höhere Anforderungen. Inhaltlich blieben die Werte erhalten: Natur- und Artenschutz sind weiterhin Kern des Geschäfts.

Vogelbeobachtung im Aufwind

Besonders dynamisch entwickelt sich Birding Tours. Vogelbeobachtung sei längst kein Nischenthema mehr, berichtet Stoll. Junge Zielgruppen entdeckten das Thema, Social Media verstärke den Trend. Auch Travel to Nature wächst, unter anderem mit Foto- und Naturreisen. Die Kombination aus klarer Positionierung und professioneller Führung zahle sich aus.

Für Stoll selbst beginnt ein neuer Abschnitt. Er bleibt als Reiseleiter aktiv und will künftig rund ein halbes Jahr unterwegs sein. Den Rest der Zeit widmet er Projekten im Natur- und Artenschutz, etwa Moor- und Waldschutz in Litauen oder Schutzprogrammen für bedrohte Arten. Artenschutz sei für den Tourismus zentral, sagt Stoll, weil intakte Natur die Grundlage vieler Reisen bilde. Klimaschutz und Artenschutz gehörten zusammen – ließen sich aber über konkrete Projekte besser vermitteln.

Blick auf die Branche

In der Reisebranche sieht Stoll Bewegung. Immer mehr Anbieter griffen Natur- und Artenschutz auf, auch wenn das Thema noch nicht überall Priorität habe. Sein Eindruck: Das Interesse wächst, nicht zuletzt bei Entscheidern. Für ihn persönlich ist klar, dass der Rückzug aus dem operativen Geschäft Raum schafft – für Reisen, für Naturprojekte und für das, was ihm nach 30 Jahren Unternehmertum am meisten Freude bereitet.

Christian Schmicke

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