31. August 2026 | 07:00 Uhr
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Mutter und Tochter starten mit eigenem Reisebüro durch

Denise Iervolino (rechts) und Imma Zullo (links) haben Mitte August gemeinsam ein Reisebüro in Biberach eröffnet. Die Tochter ist Reiseverkehrskauffrau, ihre Mutter bringt zehn Jahre Selbstständigkeit in der Gastronomie und viel Reiseleidenschaft mit. "Damit geht ein gemeinsamer Traum von uns in Erfüllung", erzählt das Duo im Gespräch mit Counter vor9.

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Mutter Imma Zullo und Tochter Denise Iervolino sind ein eingespieltes Team

Ihr Reisebüro "Reiseideen" liegt in einer Einkaufs-Mall im baden-württembergischen Biberach, "mit viel Laufkundschaft", wie sie betonen. Das sei daher ihr Wunschstandort gewesen. Und als eine Ladenfläche in der Activ-Galerie Kaufland frei wurde, habe das Mutter-Tochter-Gespann nicht lange überlegt. Für beide kam etwa eine Karriere im mobilen Reiseverkauf nicht in Frage. Sie schätzen den persönlichen Kundenkontakt und setzen bewusst auf das Ladenlokal als Treffpunkt.

Der Wunsch nach dem eigenen Büro reifte früh

Die 22-jährige Denise Iervolino hat seit 2022 ihre Ausbildung in einem örtlichen Reisebüro absolviert. "Eigentlich wollte ich Flugbegleiterin werden", sagt sie. Sie habe sich auf Anregung ihrer Mutter aber für den Karriereweg Reisebüro entschieden. "Dann bin ich nicht so oft weg von daheim", so die Tochter. Nach drei Ausbildungsjahren blieb sie noch ein weiteres Jahr im Betrieb und seit diesem Jahr mit Mutter Imma selbstständig.

Ihr erster Chef habe ihr nicht übel genommen, dass sie im Ort eine Konkurrenz aufmache. "Ich bin mit dem Kündigungsschreiben in der Hand zu ihm, da hatte er keine Ahnung von meinen Plänen. Aber er hat sehr positiv darauf reagiert, wir sind im Guten auseinandergegangen", sagt Denise im Rückblick. "Wir haben uns auch über die vier Jahre immer super gut verstanden. Er hat mir viel Erfolg gewünscht und gesagt, in meinem Alter hätte er dasselbe gemacht", so die 22-Jährige.

Quereinsteigerin aus der Gastronomie

Imma Zullo kommt aus der Gastronomie und hatte sich dort zehn Jahre lang selbstständig gemacht. Mit Reisezielen und der Zusammenstellung von Reisen habe sie sich schon lange privat beschäftigt, erzählt die 43-Jährige. Die technischen Grundlagen brachte ihr die Tochter bei. Gemeinsam arbeiteten sie sich in Buchungssysteme ein, die die Tochter auf dem eigenen Laptop hatte. "Ich habe die Inhalte ihrer Ausbildung am heimischen Küchentisch mit gelernt", sagt Mutter Zullo. "Denise hat mir erklärt, was sie warum macht, wo und wie sie sucht, dabei hat sie selbst das Wissen wiederholt und vertieft", erzählt die Mutter.

Persönliche Beratung statt rein digitalem Verkauf

Für ein stationäres Reisebüro haben sich die beiden bewusst entschieden. "Eine Reise verkaufen können viele", sagt Denise. Entscheidend seien persönliche Beratung, Sympathie und ein fester Ansprechpartner. Kunden könnten ins Büro kommen und eine Beziehung zum Berater aufbauen.
Der Standort im Einkaufszentrum sei für den Erfolg ein wichtiger Baustein. Es gebe viel Laufkundschaft und ausreichend kostenlose Parkplätze. Vor der Eröffnung verteilten Mutter und Tochter Flyer auf dem Marktplatz, in Briefkästen und im Einkaufszentrum selbst. Hinzu kommen Ankündigungen auf Facebook, Instagram und der eigenen Homepage.

Keine Aufgabentrennung im Büro

"Eine feste Aufgabenverteilung gibt es bei uns bislang nicht", sagt Tochter Denise. Beide beraten, beide buchen. Wenn bei Mutter Imma technische Fragen aufträten, helfe die Tochter. Die Erfahrung aus der Gastronomie komme ihrer Mutter im Kundengespräch zugute. "Sie kann einfach gut mit Menschen umgehen, das geht ihr leicht von der Hand", sagt Denise.

Auf eine Spezialisierung wollen die beiden vorerst verzichten. Wegen der "sehr unterschiedlichen Laufkundschaft" wollen sie Reisen und Zielgebiete möglichst breit und für jeden Geldbeutel anbieten. "Fachlich soll das Wissen durch Infoabende und Inforeisen weiter wachsen", sagen beide unisono. Im Oktober sei für Mutter Imma bereits die Teilnahme an einer ersten Inforeise nach Andalusien geplant.

Start mit eigenen Agenturverträgen

Den Aufbau des Büros organisierten Mutter und Tochter weitgehend selbst. Für die Finanzierung nutzten sie einen Kredit der Bürgschaftsbank und erstellten dafür gemeinsam einen Businessplan. Auch EDV und Agenturverträge wickelten sie eigenständig ab. Allein das Ausfüllen der Verträge habe etwa zwei Wochen gedauert, sagt Tochter Denise. Ihr Grundsatz zum Start sei gewesen, nichts zu erzwingen. "Da Finanzierung, Verträge und Standort ohne größere Hürden klappten, fiel uns die Entscheidung für die Selbstständigkeit schließlich leicht", sagt die 22-Jährige. "Wenn nicht jetzt, wann dann", lautet ihr Credo, mit dem sie optimistisch in die Selbstständigkeit im familiären Team startet.

Sabine Schreiber-Berger

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