Kriegsausbruch bringt Reisemarkt abrupt durcheinander
Der Iran-Krieg und die Eskalation im Nahen Osten haben nach Angaben der Marktforscher von Travel Data + Analytics (TDA) deutliche Auswirkung auf das Urlaubsreisegeschäft. In den ersten beiden Märzwochen fällt das Neubuchungsaufkommen im deutschen Markt ab (-16%), gleichzeitig verlagert sich die Nachfrage gen Westen.
iStock/ Stadtratte
Die Urlaubslust scheint ungebrochen, die Ziele verändern sich, so die Marktforscher von Travel Data + Analytics
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Nicht nur die Urlaubsbuchungen für die Emirate brechen ein, auch beliebte Reiseländer wie die Türkei und Ägypten sind aktuell von Rückgängen betroffen, meldet TDA. Zum Buchungsstand Ende Februar weisen die Saisonbilanzen noch stabile Zuwächse auf. Das Winterplus von vier Prozent wird angesichts hoher Stornoquoten für die letzten beiden Reisemonate März und April aber kaum zu halten sein, heißt es von den Marktforschern. Ersatzbuchungen von Urlaubern, die auf andere Reiseziele ausweichen wollen, werden zudem durch steigende Urlaubspreise belastet.
Die Angriffe auf den Iran begannen am 28. Februar 2026, dem letzten Tag des Monats. Damit ist der Buchungsmonat Februar 2026 noch gänzlich unbelastet vom Krieg und der Eskalation in Nahost – und laut Marktforschern als Benchmark bestens geeignet, um die ab März einsetzenden Auswirkungen auf den Urlaubsreisemarkt nachvollziehen und einordnen zu können.
Bis Ende Februar ein normaler Saisonstart
Während der Buchungsstand Ende Februar noch ein Plus von vier Prozent für die Wintersaison und sieben Prozent für den Sommer aufwies, sind die Neubuchungen allein in den ersten beiden Märzwochen um bis zu 16 Prozent eingebrochen.
Für die laufende Wintersaison wird diese Entwicklung zum Risiko. Zwar ist ein Großteil der Umsätze bereits gebucht, doch die kommenden Wochen werden entscheidend. Für den Winter sind nunmehr 98 Prozent des Vorjahreskontingents gesichert, nach 90 Prozent im Januar. Tatsächlich abgereist sind jedoch erst 63 Prozent der Gäste.
Stornowelle rollt an
Die Reisemonate März und April rund um die Osterferien haben eine relativ hohe Bedeutung, so die Analyse von TDA weiter. "Mit dem erwartbaren Stornoaufkommen, insbesondere für die Golfregion, und gleichzeitig aktuell beobachtbaren Rückgängen beim Neubuchungsaufkommen ist damit zu rechnen, dass sich der Nahost-Konflikt auf das Endergebnis der diesjährigen Wintersaison spürbar auswirken wird", so die Einschätzung von Travel Data + Analytics.
Spanische Inseln als Ausweichziele
Das Neubuchungsaufkommen in den ersten beiden Märzwochen verweist zudem auf eine Verlagerung der Urlaubsströme, stellt TDA fest. Statt Arabischer Emirate und Nachbarländer weichen Urlauber auf westlich gelegene Reiseländer, wie Kanaren oder Balearen, aus. Insgesamt gehen Buchungen für die Mittelstrecke Ost laut Marktforschern um zehn Prozentpunkte zurück. Auch Ägypten und die Türkei sind von den aktuellen Rückgängen betroffen. "Der Nahost-Konflikt birgt Risiken für das Urlaubsreisegeschäft, denn abgesehen von den direkten Auswirkungen in der Region und angrenzenden Reiseländern steigen die Urlaubspreise im Zuge gestiegener Energiepreise aktuell teilweise markant an", so TDA.
Urlaubslust trotz Preisspirale
Hohe Urlaubspreise belasteten die Nachfrage generell, wenn das verfügbare Budget der Haushalte angesichts steigender Kosten für Tanken und Energie ebenfalls schmilzt, erklärt Roland Gaßner, Director Business Development bei Travel Data + Analytics (TDA). "Dass die aktuelle Lage, sofern sie anhält, die Inflationsrate nach oben treiben könnte, ist nicht auszuschließen. Trotzdem würden wir derzeit insbesondere für die Sommersaison eher von einer Verlagerung der Reiseströme denn von nachlassender Urlaubslust ausgehen", so Gaßner weiter.
Sabine Schreiber-Berger
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