13. April 2026 | 16:11 Uhr
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Keine Lösung in Lufthansa-Tarifkonflikten in Sicht

Der erneute Pilotenstreik bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, Cityline und Eurowings hat zum Wochenstart viele Flugausfälle ausgelöst. Mehr als 700 Flüge wurden laut Vereinigung Cockpit am ersten Tag gestrichen. Gleichzeitig kündigt die Kabinengewerkschaft Ufo für den 15. und 16. April neue Streiks bei Lufthansa und Lufthansa Cityline an.

Lufthansa Streik Flugausfälle

Bei Lufthansa fielen am Montag nach Angaben der Vereinigung Cockpit rund 700 Flüge aus

Der Ausstand bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline begann am Montag kurz nach Mitternacht und soll bis Dienstag kurz vor Mitternacht dauern. Bei Eurowings waren am Montag die Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen, während die der europäischen Schwestergesellschaft stattfanden. Lufthansa reagiert mit einem Sonderflugplan und versucht, Ausfälle durch andere Airlines der Gruppe und Partner zu begrenzen.

Die Vereinigung Cockpit begründet den Streik mit dem Konflikt um die betriebliche Altersvorsorge. Lufthansa habe aus Sicht der Gewerkschaft bislang kein tragfähiges Angebot vorgelegt. VC-Präsident Andreas Pinheiro sagte, ein Angebot, das an anderer Stelle gegenfinanziert werden solle, sei nicht verhandlungsfähig. Zugleich betont die Gewerkschaft ihre Gesprächsbereitschaft.

Ufo kündigt nächsten Ausstand zum Jubiläum an

Parallel zum Pilotenstreik droht Lufthansa bereits der nächste Konflikt. Die Kabinengewerkschaft Ufo ruft die Flugbegleiter von Lufthansa und Lufthansa Cityline für den 15. und 16. April, also ab Mittwoch, zu einem zweitägigen Streik auf. Bei Lufthansa sollen sämtliche Abflüge ab Frankfurt und München bestreikt werden, bei Lufthansa Cityline zusätzlich zahlreiche weitere deutsche Flughäfen.

Besonders heikel ist der Zeitpunkt. Am 15. April will der Konzern mit Gästen aus Politik und Wirtschaft seine 100-jährige Geschichte feiern. Für diesen Tag ist zudem eine Kundgebung der Gewerkschaften am Flughafen Frankfurt geplant, also im direkten Umfeld der Jubiläumsfeier.

Management und Gewerkschaften verschärfen den Ton

Personalvorstand Michael Niggemann reagierte scharf auf den erneuten Streikaufruf der Ufo. Dieser zeige "auf bedrückende Weise", dass der Gewerkschaft das Schicksal der Fluggäste und die Zukunft von Lufthansa "völlig gleichgültig" seien. Zugleich wirft der Konzern der Gewerkschaft vor, ohne ernsthafte Verhandlung zu eskalieren.

Hintergrund ist eine seit Monaten festgefahrene Tarifauseinandersetzung um einen neuen Manteltarifvertrag für das Kabinenpersonal. Ufo hält dem Management vor, kein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen und Verbesserungen grundsätzlich abzulehnen. Lufthansa entgegnet, man habe "konkret und transparent Vorschläge" gemacht und sei weiter gesprächsbereit.

Cityline gerät zusätzlich unter Druck

Besonders angespannt ist die Lage bei Lufthansa Cityline. Die Regionaltochter soll noch in diesem Jahr eingestellt werden. Für viele der rund 800 Kabinenbeschäftigten ist damit offen, wie es weitergeht. Die Gewerkschaft beklagt fehlende verbindliche Zusagen zur Absicherung der Beschäftigten.

Auch beim Pilotenstreik bleibt der Ton hart. Lufthansa bezeichnet die Kernforderung nach einer deutlichen Ausweitung der betrieblichen Altersvorsorge als "absurd und unerfüllbar". Niggemann sagte zudem, jeder Streik verkleinere die betroffene Fluggesellschaft. An der strategischen Ausrichtung wolle der Konzern jedoch festhalten.

Christian Schmicke

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