Kaum Verschiebungen im Veranstalter-Ranking in Deutschland
Der Veranstaltermarkt im DACH-Raum ist 2024/25 nach einer Analyse des Fachmagazins FVW um 6,2 Prozent auf 31,5 Milliarden Euro gewachsen, das Ranking bleibt weitgehend stabil. Im Reisebürovertrieb haben mehrere Veranstalter ihre Agenturnetze um dreistellige Zahlen ausgeweitet, andere haben Vertriebsstellen verloren oder ihr Vertriebsnetz "bereinigt".
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Die Umsätze der Veranstalter im deutschen Markt sind laut FVW um 6,2 Prozent gestiegen
Die Reiseveranstalter im DACH-Raum haben im Touristikjahr 2024/25 erneut zugelegt. Die 54 Anbieter, die im FVW-Dossier erfasst sind, steigerten den Umsatz um 6,2 Prozent auf 31,5 Milliarden Euro. Im Ranking der Veranstalter wirkten zwei Einschnitte nach: die Insolvenz der FTI Group und der Verkauf der Schweizer Hotelplan Group.
An der Spitze bleibt TUI. Der Konzern steigert laut der Analyse den Umsatz 2024/25 um 4,5 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro im DACH-Raum. Zweiter ist die Dertour Group, die mit einem Plus von gut 1,5 Milliarden Euro auf 5,9 Milliarden Euro wächst, auch getrieben durch die Übernahme der Hotelplan Group. Auf Rang drei folgt Schauinsland-Reisen mit einem Umsatzplus von 11,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro und erstmals mehr als zwei Millionen Kunden. Alltours bringt es auf 2,7 Milliarden Euro Umsatz und 2,5 Millionen Gäste. Neu in den Top Ten des FVW-Rankings ist Aurum Tours auf Platz 7. Das Magazin taxiert den Umsatz des Veranstalters von Check 24 auf Basis geschätzter Zahlen auf 950 Millionen Euro.
Auch die Kreuzfahrt treibt das Geschäft. Aida Cruises verteidigt Platz vier unter den deutschen Veranstaltern und steigert Umsatz und Passagierzahl leicht auf 2,8 Milliarden Euro und 1,5 Millionen Teilnehmer. TUI Cruises legt um ein Drittel auf 2,4 Milliarden Euro zu, unter anderem durch zusätzliche Kapazitäten.
Reisebüronetze werden ausgebaut oder eingedampft
Im stationären Vertrieb zeigt sich das Bild gemischt. Gemessen an der Zahl der Vertriebsstellen bleibt Dertour mit 10.000 mit einigem Abstand vorn; per saldo reklamiert der Konzern 218 Vertriebsstellen mehr als im Vorjahr. Auffällig ist, dass 40 Prozent davon Eigenvertrieb sind. Den Anteil des Online-Vertriebs taxiert die Dertour Group auf 35 Prozent.
Deutlich gesunken ist die Zahl der Vertriebsstellen bei Schauinsland und Alltours. Die Nummer drei registriert 7.620 Verkaufspunkte; 860 weniger als im Vorjahr. Alltours verzeichnet 7.142 Vertriebsstellen, was einem Rückgang von 773 gegenüber dem Geschäftsjahr 2024/25 entspricht.
Geschrumpft ist das Agenturnetz am stärksten bei LMX Touristik – um 1.929 auf 5.247. Einen überproportionalen Rückgang an Vertriebsstellen verzeichnet auch Olimar mit 6.790 Verkaufspunkten und 320 Abgängen. Die Veranstalter beschreiben die Rückgänge in der Regel als "Bereinigung". So hatte etwa Alltours die Verträge mit Reisebüros, die absehbar keinen Umsatz von 20.000 Euro im aktuellen Geschäftsjahr erreichten, im Spätsommer 2024 gekündigt.
Doch es gibt auch gegenläufige Bewegungen. So bauten TUI Cruises (+198), Coral Travel/Ferien Touristik (+480), die Anex-Gruppe (+274), Trendtours (+300), Plantours (+476) und einige andere Veranstalter ihre Agenturnetze um jeweils eine dreistellige Zahl an Vertriebsstellen aus.
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