1. September 2021 | 07:00 Uhr
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Erholung im Reisevertrieb macht schon wieder Pause

Ist der Aufschwung schon wieder vorbei? Der deutsche Reisevertrieb jedenfalls hat im Juli wieder weniger gebucht als im Vormonat Juni, so die aktuellen Buchungsdaten von Travel Data + Analytics. Was ging, waren hauptsächlich Last-Minute-Angebote. Gegenüber dem vergangenen Sommer sieht es aber deutlich besser aus.

TDA Juli Grafik Foto Travel Data + Analytics.png

„Der Buchungsmonat Juli 2021 hält mit dem noch ausnehmend guten Vormonat Juni nicht mehr Schritt“, so die Bilanz der Datenanalysten. Die Neubuchungseingänge bei online und im Reisebüro gebuchten Urlaubsreisen bewegten sich auf einem Niveau von etwa 70 Prozent dessen, was im Vor-Corona-Zeitraum Juli 2019 generiert wurde.

Dabei sei das derzeitige Aufkommen von einem überaus kurzfristigen Buchungsverhalten geprägt, so Travel Data + Analytics. Kumuliert weise die Sommersaison 2021 zum aktuellen Buchungsstand per Ende Juli einen Rückstand von 62 Prozent zum Sommer 2019 auf. Die letztjährige Sommersaison 2020 ist zum jetzigen Zeitpunkt mit 127 Prozent Plus aber schon sehr deutlich übertroffen.

Im Juli wurde überwiegend Last-Minute gebucht

57 Prozent des diesjährigen Juli-Umsatzes waren kurzfristige Urlaubsbuchungen mit Abreise im Juli und August. Damit ist das Last-Minute-Aufkommen derzeit so hoch wie nie zuvor. Zum Vergleich: Im Juli 2020 waren es 48 Prozent, im Juli 2019 vor Corona 33 Prozent.

Welche Urlaubsregionen mit welchen Restriktionen und Auflagen bereist werden können, ändert sich von Woche zu Woche. Dies dürfte das kurzfristige Buchungsverhalten befördern, so die Markforscher, und längerfristige Urlaubsplanungen behindern. Entsprechend niedrig seien die Vorausbuchungen für die Wintersaison ausgefallen. Nur zwölf 12 Prozent des Juli-Umsatzes entfiel auf den kommenden Winter.

Der nächste Winter hängt noch durch

Kumuliert bis einschließlich Juli, weist die kommende Wintersaison im Vergleich zur weitgehend noch intakten Saison 2019/20 ein Umsatzminus in Höhe von 49 Prozent auf. Ein Vergleich mit der Vorjahressaison sei ohne Aussagekraft, meint TDA, weil nahezu alle Winterreisen im Reisehalbjahr von November 2020 bis April 2021 abgesagt wurden.

Entsprechend dem Fokus auf Sommer- und Herbsturlaub waren im Juli vor allem Griechenland und die Türkei bei den Veranstalterreisen stark gebucht. Spanien mit den Balearen und Kanaren sowie Portugal mussten indes massive Einbußen verkraften. Italien wie auch erdgebundene Reiseziele insgesamt waren dagegen weiterhin gut nachgefragt.

TDA Travel Intelligence basiert auf den Buchungsdaten von rund 1.750 Reisebüros, die den stationären Vertrieb in Deutschland repräsentativ abbilden. Zusätzlich werden die Buchungsdaten der klassischen Reiseportale und der Websiten der Reiseveranstalter erfasst.

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