5. März 2026 | 16:43 Uhr
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Branchenverband warnt Reisebüros vor Ticketing-Betrug

Der Weltverband der Reisebüroverbände, WTAA, warnt vor einer Betrugsmasche beim Airline-Ticketing. Kriminelle nutzten gestohlene Iata-Akkreditierungsnummern, um über NDC-Zugänge Flugtickets auszustellen. Fälle seien bereits in mehreren Märkten weltweit registriert worden.

Flugtickets Ticket Betrug Foto iStock Francesco Scatena

Gestohlene Iata-Akkreditierungsnummern dienen Betrügern offenbar zur Erlangung von NDC-Zugängen für Flugtickets

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Bestätigte Fälle wurden nach Angaben des Verbandes in mehreren Märkten registriert, unter anderem in Nord- und Südamerika. Weitere verdächtige Aktivitäten seien auch in anderen Regionen festgestellt worden. In einem dokumentierten Fall habe sich der Schaden durch betrügerisch ausgestellte Tickets auf rund 350.000 Dollar summiert.

Zugang über gefälschte Identitäten

Nach Angaben der WTAA verwenden die Betrüger täuschend echte E-Mail-Domains, die denen legitimer Reisebüros stark ähnelten. Mit diesen Adressen beantragten sie den Zugang zu Airline-Agentenportalen oder zur NDC-Anbindung.

Dabei gäben sie eine gültige Iata-Nummer an und träten mit einer überzeugenden, aber gefälschten Identität auf. In einigen Fällen erhielten sie so Ticketing-Rechte, ohne dass das betroffene Reisebüro davon gewusst habe.

Sobald der Zugang eingerichtet sei, stellen die Täter in größerem Umfang Flugtickets aus und bezahlen mit gestohlenen Kreditkarten. Die betroffenen Agenturen bemerkten den Betrug häufig erst, wenn Rückbelastungen bei Kreditkarten einträfen.

Keine Hinweise auf GDS-Sicherheitslücke

Nach bisherigem Stand gebe es keine Hinweise auf eine Sicherheitslücke in einem globalen Distributionssystem, so der Verband. Die Schwachstelle liege eher in den Registrierungs- und Prüfprozessen bei der Einrichtung von NDC-Zugängen.

Diese Verfahren stützen sich häufig vor allem auf die Validierung der Iata-Nummer. Das reiche als Sicherheitsmaßnahme nicht aus, heißt es aus der Branche.

Verband fordert strengere Prüfprozesse

WTAA-Direktor Otto de Vries sieht in den Fällen eine Warnung für die Branche. "Während unsere Branche neue Vertriebstechnologien einführt, müssen auch die Sicherheitsstandards Schritt halten", sagt er.

Die betroffenen Reisebüros hätten keinen Fehler gemacht. Ihre Zugangsdaten seien ohne ihr Wissen missbraucht worden. Der Verband ruft Agenturen dazu auf, ihre NDC-Registrierungen und Ticketing-Aktivitäten regelmäßig zu kontrollieren und verdächtige Vorgänge sofort zu melden.

Gleichzeitig fordert die WTAA Airlines und Technologiepartner auf, die Prüfprozesse beim NDC-Onboarding zu verschärfen. Neben der Iata-Nummer müsse künftig auch die Identität der antragstellenden Agentur genauer überprüft werden.

Christian Schmicke

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