7. März 2020 | 20:36 Uhr
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Best-Chef unterstützt VUSR-Forderung nach rundem Tisch

Die Touristik müsse "geschlossen handeln und die Politik ins Boot holen", glaubt der Marketing- und Vertriebsvorstand der Kooperation, Cornelius Meyer. Die touristischen Verbände sollten ihre Kräfte bündeln, um "die Situation schnellstmöglich zu lösen, zumindest zu erleichtern".

meyer cornelius vorstand BEST-REISEN-Jahrestagung 2019 foto Best Reisen

Best-Chef Cornelius Meyer will einen runden Tisch

Veranstalter müssten "die Mehrarbeit und den Einsatz der stationären Reisebüros im Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 angemessen vergüten und nicht durch Provisionsausfälle regelrecht bestrafen", so Meyer. Daher unterstütze Best Reisen die Idee eines runden Tisches und des gemeinsamen Vorgehens, des koordinierten Kontakts zur Politik und einer branchenübergreifenden Kommunikation an die Endkunden.

"Gegenwärtig erreichen uns jeden Tag Meldungen von eingestellten Flugstrecken, stornierten Pauschalreisen, geänderten oder abgesagten Kreuzfahrtrouten, abgesagten Großveranstaltungen, verwaisten Zielgebieten und sogar Veranstalter-Insolvenzen. Die täglichen Nachrichten zum Coronaviris Sars-CoV-2 wirken manchmal wie eine einzige Empfehlung, nicht zu reisen. Dabei sind die Thomas-Cook-Insolvenz und die Frage der Kundengeldabsichrung noch nicht verarbeitet. Es gilt aufzupassen, dass aus einer schwierigen, aber bewältigbaren Situation keine Krise wird", sagt der Best-Chef.

"Reisebüros dürfen nicht wieder in der letzten Reihe stehen" 

Gleichzeitig müsse der stationäre Vertrieb endlich aus der Mehrarbeits-Falle geholt werden, die hinter jedem großen Ereignis warte: "Gerade die stationären Reisebüros leisten wieder einmal Aufklärungs- und Informationsarbeit gegenüber verunsicherten Kunden, für deren Bezahlung sich keiner verantwortlich sieht. Kostenlose Stornierungsmöglichkeiten sind ja eine gute Marketingsache, im Falle der Stornierung entfällt aber in den meisten Fällen die Vergütung, obwohl die Beratungs- und Vermittlungsleistung erbracht wurde. Reisebüros helfen den Reiseveranstaltern, klären Kunden von Onlineportalen auf und sorgen für eine Beruhigung in all der Hysterie. Sie handeln damit also vollkommen im Sinne der Politik und sollten dafür fair entschädigt werden. Wir müssen vermeiden, dass die Reisebüros am Ende wieder die letzten in der Reihe sind, obwohl sie jetzt die eigentliche Front bilden."

Reiseveranstalter hatten zuvor ausgeschlossen, Reisen, die im Zuge der Lockerung von Stornoregelungen aufgrund der Coronakrise von Kunden storniert werden, zu verprovisionieren. Diese Thematik sorgt im Zuge von Krisen regelmäßig für erregte Debatten, weil sich die Reisebüros dadurch um den Lohn für geleistete Arbeit betrogen sehen. Die Veranstalter bestehen darauf, dass das wirtschaftliche Risiko bei Stornos in solchen Fällen von Veranstaltern und Vertrieb gemeinsam getragen werden müsse.

Christian Schmicke