13. Mai 2026 | 08:17 Uhr
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TUI sieht sich für herausfordernden Sommer gut gewappnet

TUI hat im ersten Halbjahr das operative Ergebnis um 45 Millionen Euro auf minus 111 Millionen Euro verbessert. Im zweiten Quartal belasteten der Iran-Krieg und Hurrikan Melissa das Ergebnis mit 45 Millionen Euro. Unter dem Strich fiel der Verlust im Winterhalbjahr mit 236,6 Millionen Euro um 19 Prozent geringer aus als im Vorjahreszeitraum.

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TUI hat die Verluste im Winterhalbjahr trotz Hindernissen verringert

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Der Konzern bestätigte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Mittwochmorgen den im April angepassten Jahresausblick und rechnet für 2026 mit einem operativen Ergebnis (bereinigtes EBIT) von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. CEO Sebastian Ebel sieht das Unternehmen nach den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres auf Kurs, bleibt für den Sommer aber vorsichtig.

Im Halbjahr und im zweiten Quartal, das in der Touristik traditionell schwächer ausfällt, stieg der Umsatz um 1,3 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen betrug der Halbjahresumsatz 8,69 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT verbesserte sich im zweiten Quartal um 8,9 Prozent auf minus 188 Millionen Euro. Belastet wurde das erste Halbjahr laut Ebel durch den Iran-Krieg mit 40 Millionen Euro und Hurrikan Melissa in Jamaika mit fünf Millionen Euro.

"TUI wächst das vierzehnte Quartal in Folge im operativen Ergebnis“, sagt Ebel. Das Ergebnis gebe Zuversicht für das zweite Halbjahr. Zugleich werde es wegen geopolitischer Risiken und dynamischer Rahmenbedingungen hohen Einsatz und Flexibilität erfordern.

Kreuzfahrten stützen das Ergebnis

Der Bereich Urlaubserlebnisse mit Hotels, Kreuzfahrten und TUI Musement erzielte im zweiten Quartal ein bereinigtes EBIT von 176 Millionen Euro, nach 172,3 Millionen Euro im Vorjahr. Ohne Belastungen im Mittleren Osten wäre das Ergebnis um 20 Millionen Euro höher ausgefallen, heißt es von TUI.

Hotels & Resorts lagen mit 103 Millionen Euro leicht über Vorjahr. Die Folgen des Hurrikans in Jamaika und eine schwächere Nachfrage nach Mexiko seien kompensiert worden, so der Konzern. Bereinigt um den Jamaika-Effekt seien die Durchschnittsraten um zwei Prozent gestiegen und die Auslastung um einen Prozentpunkt auf 79 Prozent.

Das Kreuzfahrtsegment steigerte das bereinigte EBIT im ersten Halbjahr um knapp 26 Prozent auf 163,5 Millionen Euro. Im zweiten Quartal lag der Wert laut TUI trotz Belastungen von 20 Millionen Euro aus dem Iran-Krieg bei 80,3 Millionen Euro. Die Durchschnittsrate stieg um zwei Prozent auf 223 Euro, die verfügbaren Passagiertage legten um zehn Prozent auf 2,9 Millionen zu.

Märkte und Airline verbessern sich

Im Bereich Märkte + Airline verbesserte der Konzern das operative Ergebnis im zweiten Quartal um sieben Prozent auf minus 339,5 Millionen Euro. Ebel verweist in diesem Zusammenhang auf operative Effizienzsteigerungen und eine geringere Kostenbasis. Die Belastung von 20 Millionen Euro durch den Iran-Krieg habe in diesem Bereich kompensiert werden können.

Gefragt seien weiter differenzierte Produkte und dynamisch paketierte Reisen. Letztere legten nach TUI-Angaben um zwölf Prozent auf 500.000 zu. Auch die App-Verkäufe seien deutlich gestiegen und hätten im zweiten Quartal 11,4 Prozent des Gesamtumsatzes ausgemacht.

Regional entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich. In der Region Zentral mit Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen verschlechterte sich das bereinigte Ergebnis im zweiten Quartal um sieben und im ersten Halbjahr insgesamt um drei Prozent.

Sommer bleibt kurzfristig

Für das zweite Halbjahr liegt die gebuchte Auslastung in der Sparte Hotels & Resorts um sechs Prozentpunkte unter dem Vergleichszeitraum. TUI führt das auch auf eine Nachfrageverlagerung vom östlichen ins westliche Mittelmeer zurück. Die Raten sollten nach Prognosen des Konzerns im zweiten Halbjahr um vier Prozent steigen.

Bei Kreuzfahrten belasten ausgefallene Einsätze der Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 von April bis Mitte Mai den Ausblick. Die verfügbaren Passagiertage lägen dennoch um sechs Prozent über dem Vorjahr, heißt es; unterstützt durch die Indienststellung der Mein Schiff Flow ab Mitte Juni 2025.

Im Veranstalter- und Airline-Geschäft zeige sich für den Sommer ein kurzfristigeres Buchungsverhalten, sagt Ebel. Gut die Hälfte der verfügbaren Kapazität sei verkauft. Wie im Vorjahr habe knapp die Hälfte der Verbraucher, die eine Urlaubsreise planten, bislang noch nicht gebucht. Gefragt sind laut TUI aktuell besonders westliche Mittelmeerziele wie Spanien mit Balearen und Kanaren sowie Griechenland.

Christian Schmicke

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