10. März 2026 | 16:50 Uhr
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Getaway Group will das Thema Kurzreisen umfassend besetzen

Die mehrheitlich zu Hometogo gehörende Getaway Group, Dach der Kurzreisemarken Kurzurlaub, Kurz mal weg, Kurzreisen.de und Beauty24, steht kurz davor, über 3.000 Hotelpartner auf eine einheitliche Plattform zu bringen. Geschäftsführer Stephan Kloss (Foto) berichtet im Gespräch mit Hotel vor9, wie die Integration verläuft.

Geschäftsführer Stephan Kloss Getaway Group

Stephan Kloss kümmert sich als Chief Supply Officer um das Hotelangebot und den Kundenservice bei der Getaway Group

Gut anderthalb Jahre nach Gründung der Getaway Group als gemeinsames Dach der Kurzreiseveranstalter Kurzurlaub und Kurz mal weg schreitet die Integration der einstmals konkurrierenden Kurzreiseportale voran. Laut Geschäftsführer Stephan Kloss startet in rund vier Wochen die Migration von über 3.000 der insgesamt rund 4.500 Hotelpartner auf ein gemeinsames System. Die Umstellung soll in Clustern und weitgehend automatisiert ablaufen. In etwa sechs Monaten soll das Projekt abgeschlossen sein. Künftig müssten Hoteliers nur noch ein System pflegen, über das sie auf allen Kanälen der Gruppe ausgespielt werden.

Die Getaway Group war Anfang 2024 unter dem Mehrheitsgesellschafter Hometogo entstanden, der Ende 2023 für 31 Millionen Euro die Mehrheit an beiden Kurzreiseveranstaltern übernommen hatte. Inzwischen wurde das Portfolio durch die Übernahme von Kurzreisen.de und den Kauf der Marke Beauty24 aus einer Insolvenz noch einmal erweitert.

"Der Merger war ein spannender Prozess. Am Ende bringst du eben nicht nur Firmen auf dem Papier zusammen, sondern Kulturen, Prozesse und Systeme", berichtet Kloss gegenüber Hotel vor9 im Rahmen der ITB. Hier tritt die Gruppe in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen gemeinsamen Stand auf, auch als ein Signal an die Hotelpartner.

Die Getaway Group steht für knapp 1,2 Millionen Reisende pro Jahr

Die Gruppe beschäftigt laut Kloss rund 140 Mitarbeiter an fünf Standorten (Schwerin, Berlin, Frankfurt, Leipzig und Wien) und bewegt sich in Richtung 1,2 Millionen Reisende pro Jahr. Im Kurzreisesegment sei man damit der größte Anbieter in Deutschland. Konkrete Umsatzzahlen kommuniziert das Unternehmen derzeit nicht. 

Besonderes Merkmal des Geschäftserfolgs sei, dass viele Kunden wiederholt buchen. Jetzt arbeitet man daran, eine Gattungsmarke für Kurzurlaub zu werden. "So wie Nutella Haushaltsmarke für Nuss-Nougat-Creme ist, wollen wir es für das Thema Kurzurlaub werden", so Kloss. Die wichtigsten Hauptmarken Kurzurlaub und Kurz Mal weg, lange Zeit Wettbewerber, sind sich laut Kloss auch weiterhin sehr ähnlich. "Es gibt keine klare Markenpositionierung im Sinne von Differenzierung, das gehen wir mit sehr viel Bedacht an", so der Geschäftsführer. 

Für Hotels gibt es künftig im B2B-Kontakt nur noch Getaway Group als B2B-Dachmarke. Unter diesem Dach werden die Angebote der Hotels differenziert und zum Endverwender hin als spezifische Produkte ausgespielt, etwa als ein Angebot der Marke Kurz mal weg oder wenn es um Wellness geht, als ein Angebot der Marke Beauty24. Das minimiert den Aufwand für die Hotels und zugleich profitiert man in der Vermarktung durch die über Jahre etablierten Markenwerte. 

Veranstaltermodell gewinnt an Gewicht, Hoteliers sollen davon profitieren

Das Verhältnis zwischen Vermittler- und Veranstaltermodell verschiebt sich laut Kloss inzwischen deutlich. Früher hätten 70 bis 80 Prozent der Buchungen im Vermittlermodell stattgefunden, inzwischen bewege man sich Richtung 50/50. Treiber sei das "Experience-Angebot", bei dem die Getaway Group die Hotels bei der Erstellung von Arrangements unterstützt, etwa in Form von Kombinationen mit Musicals, Thermen oder Freizeitparks. 

Hintergrund sei auch der Fachkräftemangel in der Hotellerie: Viele Häuser hätten die aufwendige Erstellung eigener Arrangements zurückgefahren. Die Getaway Group übernehme jetzt diese Aufgabe inklusive rechtlicher Absicherung als Reiseveranstalter. "Versuch mal, eine spannende Activity in Bad Malente oder in Freudenstadt im Schwarzwald zu finden, da gibt es nicht viel. Genau dort schaffen wir mit unseren Hotel-Arrangements einen großen Mehrwert", sagt Kloss.

Pascal Brückmann

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