24. Februar 2026 | 13:17 Uhr
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Flugangebot entwickelt sich weiter unterdurchschnittlich

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) sieht die Erholung des Luftverkehrs in Deutschland nahezu zum Stillstand kommen. Für Februar bis Juli weist die Vorschau des Verbandes zwei Prozent mehr Sitzplätze als im Vorjahr aus. Gleichzeitig bleibe das Angebot mit 91 Prozent des Vergleichszeitraums 2019 unter dem Vorkrisenniveau.

Flughafen Memmingen

Der Flughafen Memmingen hat das Sitzplatzangebot gegenüber 2019 mehr als verdoppelt

Im restlichen Europa wachse das Angebot dynamischer, unterstreicht der Luftfahrtverband ein weiteres Mal. Dort erreiche der Markt 115 Prozent des Volumens von 2019. Besonders deutlich falle der Unterschied bei den europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines aus, die außerhalb Deutschlands auf 141 Prozent kommen. Der BDL begründet die schwache Entwicklung hierzulande bekanntermaßen mit weiterhin hohen staatlichen Steuern und Gebühren.

Touristisches Segment legt zu, Netzwerk-Carrier treten auf der Stelle

In Deutschland tragen vor allem touristische Airlines das Wachstum. Sie liegen bei einer Entwicklungsrate von 143 Prozent gegenüber 2019 und wachsen im Vorjahresvergleich um sieben Prozent. Ihr Marktanteil beträgt 16 Prozent.

Europäische Netzwerk-Airlines erreichen 83 Prozent von 2019 und stagnieren gegenüber dem Vorjahr. Außereuropäische Netzwerk-Airlines kommen auf 96 Prozent, ihr Angebot geht leicht zurück. Punkt-zu-Punkt-Airlines liegen bei 84 Prozent von 2019, wachsen aber im Vorjahresvergleich um vier Prozent – bei einem Marktanteil von 28 Prozent, der laut BDL unter dem europäischen Durchschnitt liegt.

Inlandsverkehr bleibt klein, dezentrale Strecken brechen weg

Der innerdeutsche Verkehr umfasst im Zeitraum Februar bis Juli 9,4 Millionen Sitze. Das entspricht sieben Prozent des Gesamtangebots. Gegenüber dem Vorjahr wächst der Markt um drei Prozent, erreicht aber nur 52 Prozent des Niveaus von 2019.

Besonders schwach bleibt der dezentrale Inlandsverkehr, also Strecke, die nicht von und nach Frankfurt oder München führen. Hier werden nur noch 1,1 Millionen Sitze angeboten – 19 Prozent des früheren Angebots. Dieser Teilmarkt schrumpft im Vorjahresvergleich um vier Prozent. Drehkreuzverbindungen wachsen dagegen um vier Prozent und erreichen 68 Prozent von 2019.

Europaverkehr knapp unter 2019, Nordamerika rückläufig

Auf Kurz- und Mittelstrecken werden 102 Millionen Sitze angeboten. Das Segment wächst um drei Prozent und liegt bei 97 Prozent des 2019er Niveaus. Zuwächse kommen vor allem von touristisch und ethnisch geprägten Strecken nach Ost- und Südosteuropa sowie nach Nordafrika. Für beide Regionen nennt der BDL zweistellige Wachstumsraten; Nordafrika erreicht 142 Prozent von 2019.

Auf der Langstrecke werden 20,5 Millionen Sitze angeboten, ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Angebot liegt bei 97 Prozent von 2019. Das Volumen der Direktflüge nach Afrika wächst zweistellig, Nordamerika ist rückläufig: minus vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Drehkreuze stabiler, große Airports schwächeln

Bei den Flughäfen zeigt sich ein gemischtes Bild. Frankfurt erreicht 92 Prozent von 2019 und wächst um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. München liegt bei 87 Prozent und stagniert. Berlin-Brandenburg, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn und Stuttgart wachsen kaum oder schrumpfen leicht und liegen weiterhin deutlich unter 2019. Der BDL verweist auf fehlende Kapazitäten der Punkt-zu-Punkt-Airlines und den weggebrochenen dezentralen Inlandsverkehr – mit Folgen für die Konnektivität.

Kleinere Standorte wie Dortmund (132%), Karlsruhe Baden-Baden (179%), Memmingen (224%), Niederrhein/Weeze (192%) und Nürnberg (119%) erreichen dagegen teils überdurchschnittliche Werte gegenüber 2019, in Einzelfällen hat sich das Angebot mehr als verdoppelt.

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