16. Juni 2026 | 16:29 Uhr
Teilen
Mailen

Firmen werden bei Geschäftsreisen vorsichtiger

Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) erwartet für 2026 stabile bis leicht wachsende Geschäftsreiseaktivitäten deutscher Unternehmen. Das Stimmungsbarometer zeige aber mehr Zurückhaltung als zu Jahresbeginn, heißt es. 61 Prozent der befragten Firmen rechneten mit stabilen oder moderat steigenden Reisevolumina, 32 Prozent mit Rückgängen.

Geschäftsreisende

Mit den Krisen der vergangenen Monate sind deutsche Unternehmen in Sachen Geschäftsreisen vorsichtiger geworden

Das aktuelle Stimmungsbild fällt vorsichtiger aus als das der VDR-Geschäftsreiseanalyse vom Jahresanfang. Damals erwarteten 62 Prozent der Unternehmen mehr Geschäftsreisen, nur vier Prozent rechneten mit einem Rückgang. In der jüngsten Befragung sehen 32 Prozent sinkende Volumina.

Der Verband Deutsches Reisemanagement befragte vom 29. April bis 15. Mai insgesamt 78 Mitgliedsunternehmen. 82 Prozent davon beschäftigen mehr als 1.500 Mitarbeiter. Viele haben Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Euro, die Reisebudgets reichen teils über 50 Millionen Euro.

Externe Risiken bremsen

44 Prozent der Unternehmen geben an, heute vorsichtiger zu agieren als vor Ausbruch des Kriegs im und um den Iran. Nur ein Prozent bewertet die Lage optimistischer.

"Die Unternehmen planen ihre Reisen weiterhin verantwortungsvoll und mit Blick auf wirtschaftliche Notwendigkeiten", sagt VDR-Präsident Christoph Carnier. Die Unsicherheit wachse aber wegen externer Faktoren wie Preisstrategien der Anbieter, geopolitischer Risiken und Angebotsengpässen im Luftverkehr. Auch kurzfristige Störungen wie Flugstreichungen oder Streiks erschwerten die Planung.

Flugpreise als Haupttreiber

Als größte Belastungen nennen die Unternehmen Preissteigerungen am Markt mit 59 Prozent, die geopolitische Lage mit 47 Prozent und geringere Budgets mit 44 Prozent. Hinzu kommen Sicherheits- und Gesundheitsbedenken, virtuelle Meetings und die stärkere Bündelung von Terminen.

Die Luftfahrt spielt dabei eine zentrale Rolle. Von den Unternehmen, die Preissteigerungen als Problem sehen, nennen 80 Prozent Fluggesellschaften als Haupttreiber. In offenen Antworten verweisen sie auf knappere Angebote, höhere Kerosin- und Treibstoffkosten, Flugstreichungen, Streiks und Wettbewerbsverzerrungen durch das eingeschränkte Angebot von Middle-East-Carriern.

Kommentieren und folgen Sie Reise vor9 auf Linkedin