Aida-Chef: "Haben Kreuzfahrt entstaubt und demokratisiert"
Aida Cruises hat gestern Abend in der Landesvertretung Mecklenburg‑Vorpommern in Berlin den Auftakt zu seinen Jubiläumsfeierlichkeiten begangen. Vor rund 120 Gästen aus Politik und Touristik betonte Aida-Präsident Felix Eichhorn (Foto) die Verantwortung der Branche. Weitere Veranstaltungen zum 30. Geburtstag sollen in Kiel, Hamburg und Warnemünde folgen.
Aida Cruises
Der deutsche Marktführer für Kreuzfahrten feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag
Auch Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin Mecklenburg‑Vorpommerns, war vor Ort in der eigenen Landesvertretung und würdigte das Unternehmen als "Erfolgsgeschichte made in MV". Aida sei als Arbeitgeber, Wirtschaftsfaktor und Innovationsimpulsgeber ein Anker für den Kreuzfahrtstandort des Bundeslandes. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, hob die Rolle der maritimen Wirtschaft als Wachstumsbranche hervor und bezeichnete Aida hier als "Innovationstreiber" für Häfen und Zulieferstrukturen.
Felix Eichhorn, Präsident von Aida Cruises, formulierte den Anspruch des Unternehmens, die Kreuzfahrt in Deutschland "entstaubt und demokratisiert" zu haben. "Wir haben die Kreuzfahrt neu gedacht, locker statt steif, legere Kleidung statt Abendgarderobe." Aida hat die klassische Seereise "vom maritimen Sockel geholt und für eine breite Bevölkerung zugänglich gemacht", so Eichhorn. "Komfort statt Konvention, Kreuzfahrt für viele, statt Luxus für wenige", brachte der Aida-Präsident das Erfolgskonzept auf den Punkt. Insgesamt hätten rund 17 Millionen Gäste seit 1996 eine Reise mit Aida unternommen. Heute umfasse die Flotte elf Schiffe; zwei Neubauten sollen ab 2030 hinzukommen.
Eichhorn verwies zudem auf eine Studie der Hansestadt Hamburg, wonach jeder Anlauf eines Kreuzfahrtschiffs im Hamburger Hafen eine Wertschöpfung von 2,7 Millionen Euro erzeuge. "Wo Kreuzfahrt verantwortungsvoll gestaltet wird, schafft sie Wertschöpfung, sichert Beschäftigung und eröffnet Perspektiven", so Eichhorn.
Kreuzfahrt wächst derzeit stärker als der klassische Tourismus an Land
Eichhorn betonte aber auch die Verantwortung der Branche: "Die Erwartungen an Reisen sind gestiegen. Es geht um Verantwortung für unsere Gäste und Crews, für Umwelt und Klima, für Häfen und Städte sowie für die Menschen in den Regionen, die wir anlaufen. Akzeptanz entsteht vor allem dann, wenn wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Anforderungen in Einklang gebracht werden."
In einem parallel erscheinenden Interview mit der FAZ bezeichnete Eichhorn die Kreuzfahrt als "Wachstumsmotor der Touristik". Für 2026 erwartet er ein stärkeres Geschäftsjahr als 2025. Die Entwicklung verlaufe positiver als im landseitigen Tourismus: Während die Reiseveranstalter zwar die Umsätze der Vor‑Pandemie‑Zeit übertreffen, die Kundenzahl in Summe aber niedriger ausfalle, zähle die Kreuzfahrtbranche 30 Prozent mehr Passagiere als 2019.
Aktuell erreiche die Branche drei Millionen Passagiere aus Deutschland. Eichhorn sieht die Schwelle von vier Millionen Gästen jährlich schon in greifbarer Reichweite: "Begrenzend wirkt nicht die Nachfrage, sondern die Zahl der Schiffe", sagte er der FAZ. Die Herausforderung bestehe eher darin, dass kurzfristig für zahlreiche Fahrten keine freien Kabinen mehr verfügbar seien.
Das Unternehmen: Seit dem Start im Jahr 1996 haben die Schiffe von Aida Cruises 120 Länder und 478 Häfen weltweit angelaufen. Inzwischen ist Aida Cruises nach eigenen Angaben zum Marktführer im deutschen Kreuzfahrtmarkt aufgestiegen. Aida Cruises ist eine Tochtergesellschaft der amerikanischen Reederei Carnival Corporation und beschäftigt 18.000 Mitarbeiter aus 60 Ländern. Mit rund 1.300 Angestellten am Hauptsitz in Rostock ist die Reederei ein großer, privater Arbeitgeber in Mecklenburg‑Vorpommern.
Pascal Brückmann
Kommentieren und folgen Sie Reise vor9 auf Linkedin