11. September 2026 | 17:19 Uhr
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Curaçao ist weit mehr als klassischer Karibik-Urlaub

Curaçao hat sich in den vergangenen Jahren touristisch stark weiterentwickelt, ohne dabei seinen authentischen Charakter zu verlieren. Im Interview spricht Anne Rösner (Foto), Trade Coordinator für den deutschen Markt vom Tourist Board Curaçao, über neue Hotels, praktische Reisetipps und die Frage, warum die Insel gerade für Karibik-Einsteiger ideal ist.

Tourist Board Curaçao

Anne Rösner ist als Trade Coordinator im deutschen Markt für das Tourist Board Curaçao aktiv. Im Rahmen des diesjährigen Fußball-WM war sie besonders gefragt

Frau Rösner, vor fünf Jahren haben wir uns das erste Mal ausführlich unterhalten. Was hat sich seitdem auf Curaçao am stärksten verändert?

Anne Rösner: In den vergangenen fünf Jahren hat sich Curaçao touristisch spürbar weiterentwickelt. Die Insel ist heute internationaler aufgestellt, sowohl bei der Erreichbarkeit als auch beim touristischen Angebot. Neue Flugverbindungen aus Nord- und Südamerika eröffnen spannende Reisekombinationen. Gleichzeitig hat sich die Hotellerie deutlich erweitert. Neben charmanten Boutiquehotels ergänzen heute renommierte internationale Hotelmarken das Angebot. Noch mehr freut mich allerdings, dass Curaçao trotz dieser Entwicklung seinen authentischen Charakter bewahrt hat.

Curaçao als Einsteigerprodukt für Karibik-Neulinge – gilt das immer noch?

Absolut. Ich beschreibe die Insel gerne als „Klein Amsterdam unter der Sonne der Karibik". Die farbenfrohe Unesco-Weltkulturerbestadt Willemstad, eine hervorragend ausgebaute touristische Infrastruktur und hohe Qualitätsstandards sorgen dafür, dass sich Gäste vom ersten Moment an wohlfühlen. Hinzu kommt: Curaçao liegt außerhalb des Hurrikangürtels und ist dadurch ganzjährig ein attraktives Reiseziel. Über 35 Strände, mehr als 70 Tauch- und Schnorchelspots und eine vielfältige Gastronomie machen es Reisebüros leicht, sowohl Karibik-Einsteiger als auch erfahrene Fernreisende für die Insel zu begeistern.

Sicherheit und Gesundheitsversorgung sind bei Fernreisen ein großes Thema. Was dürfen Kunden erwarten?

Curaçao gehört laut dem Caribbean Island Safety Index 2025 zu den sichersten Inseln der Karibik. Als autonomes Land innerhalb des Königreichs der Niederlande profitieren Besucher von einer modernen Gesundheitsversorgung und hohen Qualitätsstandards. Viele Gäste überrascht die ausgezeichnete Trinkwasserqualität: Das Wasser wird aus Meerwasser entsalzt und kann bedenkenlos aus dem Hahn getrunken werden. Das ist in der Karibik keineswegs selbstverständlich. Englisch wird neben Papiamentu, Niederländisch und Spanisch überall gesprochen, und Familien schätzen die vielen geschützten Buchten mit ruhigem Wasser.

Welche Irrtümer begegnen Ihnen in Reisebüros trotzdem immer wieder?

Viele denken, dass man auf Curaçao mit Euro bezahlt. Tatsächlich sind der Karibische Gulden und der US-Dollar die gängigen Zahlungsmittel, Kreditkarten werden aber nahezu überall akzeptiert. Bei der Einreise reicht ein Personalausweis nicht aus. Benötigt werden ein gültiger Reisepass sowie die digitale Einreisekarte, die innerhalb von sieben Tagen vor Ankunft online ausgefüllt werden muss. Und Curaçao gehört zwar zum Königreich der Niederlande, jedoch nicht zum EU-Roaming-Raum. Die meisten Hotels und Restaurants verfügen allerdings über gutes WLAN.

Kann man die ABC-Inseln eigentlich gut miteinander kombinieren?

Fährverbindungen gibt es derzeit nicht, dafür sind Aruba, Bonaire und Curaçao per Flugzeug hervorragend verbunden. Airlines wie Divi Divi Air, Z Air und Winair bieten tägliche Verbindungen an. Wer zwei Wochen oder länger Zeit hat, kann so drei völlig unterschiedliche Charaktere kennenlernen: Aruba mit seinen langen Sandstränden, Bonaire als Paradies für Taucher und Curaçao mit der größten Vielfalt auf kleinstem Raum. Wer lieber auf dem Wasser unterwegs ist, kann von Curaçao aus Tagesausflüge nach Klein Curaçao unternehmen. Das ist eine unbewohnte Insel mit schneeweißem Strand und historischem Leuchtturm.

Wie bewegt man sich vor Ort am besten?

Ich empfehle definitiv einen Mietwagen. Die Insel lässt sich damit am besten individuell entdecken. Auf Curaçao herrscht Rechtsverkehr, die Straßen sind gut ausgebaut und viele Highlights sind innerhalb maximal einer Stunde Fahrzeit erreichbar. Eine kleine Überraschung: Entgegen der Erwartung ist Curaçao nicht auf Fahrradfahrer ausgelegt. Außerhalb von Willemstad fällt man mit dem Rad schnell auf. Das habe ich selbst ausprobiert.

Was sind abschließend Ihre drei stärksten Argumente für Curaçao?

Erstens: die einzigartige Mischung aus karibischer Lebensfreude und europäischem Flair mit Willemstad als farbenfrohes Herzstück. Zweitens: die enorme Erlebnisvielfalt auf kleinstem Raum – von Stränden über Korallenriffe bis zu Nationalparks. Drittens: Curaçao ist ein Reiseziel für alle Sinne mit außergewöhnlicher kulinarischer Vielfalt, Festivals und einer herzlichen Atmosphäre. Wer zum ersten Mal kommt, erwartet oft klassischen Karibikurlaub und reist mit unvergesslichen Erinnerungen an Kultur, Natur und die Menschen der Insel wieder nach Hause.

Mehr über die Karibikinsel erfahren Sie mit unserer Themenwoche Curaçao auf Counter vor9: News, Hintergrund und Tipps für die Beratung im Reisebüro.

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