11. November 2020 | 07:00 Uhr
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"Selbst nach zehn Jahren entdecke ich noch neue Orte"

Was macht Costa Rica als Reiseziel besonders und was sollten Reiseprofis wissen, um die Destination erfolgreich zu verkaufen? Counter vor9 sprach mit Tina Willich und Carmen Valter, die das Costa Rica Tourism Board in Deutschland vertreten.

Costa Rica Hängebrücke

Neue Wege und Orte gibt es in Costa Rica immer wieder zu entdecken

Was verbindet Sie persönlich mit Costa Rica?

Willich Tina

Tina Willich: Für mich ist Costa Rica meine zweite Heimat: Als ich in 2009 zum ersten Mal für eine längere Zeit in Costa Rica war und bei einer lokalen Incoming Agentur gearbeitet habe, habe ich mich direkt in Land und Leute verliebt. Mein Mann ist Costa-Ricaner und mit unserem Sohn sind wir mindestens einmal im Jahr zum Familienurlaub – meistens über Weihnachten, wenn es in Deutschland besonders kalt ist – im Naturparadies. Ein bisschen „Pura-Vida“-Feeling haben wir also immer zu Hause in Deutschland und am Wochenende gibt es bei uns sogar immer Gallo Pinto und costa-ricanischen Kaffee.

 

Valter Carmen

Carmen Valter: Costa Rica war schon immer auf meiner Bucket-List. Durch meine Arbeit für das Costa Rica Tourism Board hatte ich endlich Gelegenheit, es kennenzulernen. Und wie erwartet, hat es mich auf Anhieb begeistert und auch ich habe mich in das kleine mittelamerikanische Land verliebt.

Was fasziniert Sie an Costa Rica als Reiseland?

Tina Willich: Costa Rica fasziniert mich als vielfältiges Natur- und Outdoor-Paradies zwischen Vulkanen, Urwäldern und Traumstränden an Pazifik und karibischem Meer. Das positive Lebensgefühl der herzlichen Ticos, wie die Costa Ricaner genannt werden, tut einfach gut. Selbst nach über 10 Jahren Urlaub in Costa Rica entdeckte ich jedes Mal wieder neue Orte und Insider-Tipps abseits der bekannten Highlights und freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich ein niedliches Faultier, Affen, Waschbären, Tukane, Frösche, Meeresschildkröten, Wale oder anderes für Costa Rica typisches Tier sehe.

Carmen Valter: Dazu fällt mir spontan so viel ein, dass es Seiten füllen könnte! Ich versuche, mich kurz zu fassen: die Vielfalt auf so kleiner Fläche: zum Sonnenaufgang am Karibik-Strand, zum Sonnenuntergang an der Pazifikküste. Außerdem Vulkane, Dschungel, Mangroven, Wasserfälle. Traumhafte, intakte Natur und eine Vielzahl von Wildtieren, denen man begegnet. Ganz besonders positiv sehe ich, dass Costa Rica seinen Fokus  auf nachhaltigen Ökotourismus legt. Es gibt zauberhafte, kleine und individuell geführte Unterkünfte zu entdecken. Große Hotelanlagen mit All-inclusive-Buffets muss man hier nicht fürchten.

Wie beurteilen Sie im Zuge der Corona-Krise die Lage im Land?

Carmen Valter: Sehr positiv. Ich war Ende September in Costa Rica und konnte mir ein Bild von der Lage machen. Costa Rica ist bestens vorbereitet und hat umfassende Hygienekonzepte umgesetzt: es gibt überall im Land, wie zum Beispiel am Eingang eines Nationalparks oder an Tankstellen, neu installierte Waschbecken zum Händewaschen mit Wasser und Seife. Darüber hinaus werden in öffentlichen Bereichen Masken getragen und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Die Menschen dort halten sich vorbildlich an die Hygieneregeln. Hinzu kommen die Rahmenbedingungen des Landes: das Klima erlaubt es, sich überwiegend im Freien aufzuhalten. Und das Land verfügt über ein solides Gesundheitssystem.

Worauf sollten sich Reisende einstellen, wenn sie in den nächsten Monaten einen Trip nach Costa Rica planen?

Carmen Valter: Sie sollten wahrscheinlich ein paar Masken im Gepäck haben, und können sich ansonsten freuen, in einem nicht überlaufenen Reiseland einen sicheren Urlaub zu machen.

Welchen Urlaubertypen sollten Reisebüros eine Costa-Rica-Reise ans Herz legen?

Tina Willich: Individualisten, Outdoor-und Abenteurer und Naturliebhaber natürlich. Außerdem Entspannungssuchende und Liebhaber von Wellness und Yoga: Wellness ist in Costa Rica nicht einfach nur ein Spa-Treatment, sondern definiert sich durch das Lebensgefühl inmitten der Natur: zum Beispiel ein Abendessen bei Kerzenschein im Baumhaus, das Bad in heißen Thermalquellen oder eine Yoga Session am Strand oder im Dschungel. Costa Rica ist übrigens auch ideal für Familien, die im eigenen Mietwagen unterwegs sind, und eine Kombination aus Natur, Abenteuer, Strand und Entspannung wollen.

Welchen Irrtümern über Costa Rica unterliegen Reiseprofis besonders häufig?

Tina Willich: Viele denken, dass Costa Rica nur in der Trockenzeit von November bis April für Reisen geeignet ist und es in der Regenzeit von Mai bis November nur regnet. Aber Costa Rica ist definitiv ein Ganzjahresreiseziel. Auch in der Regenzeit von Mai bis November gibt es nur kurze Schauer und die Vormittage sind meistens wunderschön. Wer sich nach vielen Strandtagen sehnt, sollte entweder die pazifische Trockenzeit zwischen Dezember und April oder die karibische Trockenzeit zwischen August und Oktober wählen. Unvergessliche Naturhighlights, wie Vogelmigration, Walbeobachtung oder die Eiablage der Meeresschildkröten, erlebt man am besten zwischen Juli und Oktober. Wer mit kleinem Budget reist, sollte sich auf die Nebensaison von Mai bis Oktober konzentrieren. Der Reiseprofi erkundigt sich also zuerst nach den Interessen der Kunden.

Carmen Valter: Schwer zu glauben, aber leider hört man immer wieder, dass Costa Rica eine Insel sei. Deshalb beginnen wir die Beratung oft damit, dass Costa Rica das Land und grüne Herz Mittelamerikas ist, das zwischen Nicaragua und Panama liegt.

Mehr über das Reiseland Costa Rica erfahren Sie mit unserer Themenwoche Costa Rica auf Counter vor9: News, Hintergrund und Tipps für die Beratung im Reisebüro.

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