13. Februar 2019 | 15:23 Uhr
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Winterstürme sogen für Wetterchaos in den USA

Grund ist ein sehr nasser, "Ananas Express" genannter Sturm, der Starkregen und Schneefälle nach Kalifornien bringt. Hinzu kommen schwere Winterstürme zwischen Seattle und Boston. Sie behindern besonders Pendler, die nicht zur Arbeit kommen. Zudem drohen. Das Wetterchaos soll bis Donnerstag andauern.

In Kalifornien wurde die Bevölkerung unterdessen vor Schlammlawinen, Überschwemmungen und in höheren Lagen vor meterhohen Schneewehen gewarnt. Der „Ananas Express“ werde bis zu 20 Zentimeter Niederschlag pro Quadratmeter und bis zu zweieinhalb Meter Schnee bringen. Am Dienstag mussten rund 2.500 Flüge gestrichen werden unter anderem an den New Yorker Flughäfen sowie in Boston, Philadelphia, Detroit und Seattle. Am Mittwoch schien sich die Situation an den Flughäfen leicht zu entspannen.

"Ananas Express" ist ein sogenannter Atmosphärischer Fluss, der mit hoher Geschwindigkeit und mit Wasser gesättigt in 2,5 Kilometern Höhe von Hawaii Richtung Kalifornien strömt. Dort richtet der Sturm regelmäßig schwere Schäden durch Überschwemmungen an. In höheren Lagen sorgt er für Schnee, der sich teilweise bis zu einer Höhe von drei Metern auftürmt.

Straßenverkehr stark eingeschränkt

Das Phänomen sorgt jedes Jahr für 30 bis 50 Prozent der Niederschläge in Kalifornien. Problematisch ist, dass Atmosphärischen Flüsse sehr stabil sind und für betroffene Gebiete bis zu fünf Tage Starkregen bedeuten. Der Boden wird aufgeweicht und mit Wasser durchtränkt, Schlammlawinen sind die Folgen. Besonders schwierig ist die Lage in den Waldbrandgebieten, in denen stabilisierende Pflanzen fehlen, die den Boden halten könnten. 

Der US-Wetterdienst warnt in der San-Francisco-Bay-Area vor blitzartig ansteigenden Flüssen und Bächen, da die Böden die Niederschläge nicht mehr aufnehmen könnten. Dies und der starke Sturm könnten Bäume umstürzen lassen. Wegen starken Schneefalls werden die Pässe in der Sierra Nevada wahrscheinlich nicht mehr befahrbar sein, so der Wetterdienst. Fast drei Meter Schnee werden vorhergesagt. In den Tälern werden Überflutungen erwartet. Auch am Lake Tahoe wird vor Überschwemmungen gewarnt.

Der „Ananas Express“ bringt auch jede Menge Pulverschnee mit, der bei Skifahrern willkommen ist. Allerdings sind die Schneemengen so groß, dass zum Beispiel das Ski-Ressort Sierra-at-Tahoe, mit über drei Metern Schnee geschlossen werden musste. Die Autobahn wurde ebenfalls geschlossen, da sie nicht mehr geräumt werden konnte.   

Der Wetterdienst rät derzeit, wenn möglich, auf Reisen zu verzichten. Wer mit dem Auto unterwegs sein muss, sollte Taschenlampe, Essen und Wasser einpacken, um für den Notfall gerüstet zu sein.

Thomas Horsmann

 

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