17. Februar 2026 | 16:02 Uhr
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Wie Peru Geheimtipps stärker in den Vordergrund rücken will

Peru hat 2025 eine Steigerung der Gästezahl von zwölf Prozent aus dem deutschen Markt erreicht und will 2026 weiter zulegen. Im Fokus stehen Abenteuer, Natur und regenerativer Tourismus, sagt Erick Garcia (Foto), Direktor des peruanischen Handelsbüros in Deutschland.

Garcia Erick

Erick Garcia ist Direktor des peruanischen Handelsbüros in Deutschland

Peru blickt im deutschen Markt auf ein zweistelliges Wachstum. 2025 stieg die Zahl der Besucher aus Deutschland nach Angaben des peruanischen Handelsbüros um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 72.000 Deutsche reisten ins Land. Auch die Perspektive für 2026 sei positiv, sagt Garcia.

Abenteuer und Kultur als Treiber

Die Mehrheit der Deutschen wählt Peru laut Garcia als Kultur- und Naturdestination. Machu Picchu bleibe ein zentraler Anziehungspunkt, doch das Land wolle stärker die Vielfalt jenseits der bekannten Ikonen zeigen.

Im Fokus stehen Abenteuerangebote in allen Regionen: Surfen und Paragliding an der Küste, Trekking in der Cordillera Blanca oder im Raum Cusco, Touren im Amazonasgebiet sowie Besuche von Naturreservaten. "Unser Fokus wird Abenteuer sein", sagt Garcia. Zugleich gewinne ein regenerativer Ansatz an Bedeutung. Tourismus solle Natur und lokale Gemeinschaften einbeziehen und einen Mehrwert hinterlassen.

Rund fünf bis zehn Prozent der deutschen Gäste sind laut Garcia Wiederholer, etwa 90 Prozent besuchen Peru zum ersten Mal. Um mehr Stammgäste zu gewinnen, will das Handelsbüro neue Regionen stärker vermarkten und Alternativen zu klassischen Routen präsentieren.

Jüngere buchen individuell

Bei der Buchungsstruktur sieht Garcia eine Mischung. Schätzungsweise 50 bis 60 Prozent reisten individuell, vor allem jüngere Gäste informierten sich über soziale Medien und planten eigenständig, sagt er. Ältere Zielgruppen griffen häufiger auf Veranstalter zurück, die maßgeschneiderte Programme anbieten.

Digitale Kanäle spielen in der Inspiration eine wachsende Rolle. Plattformen wie Instagram beeinflussen die Reiseentscheidung, indem sie Bilder und Erlebnisse verbreiten. Veranstalter blieben jedoch wichtig, wenn es um komplexere Rundreisen geht, sagt der Chef des Handelsbüros.

Politische Lage ohne Einfluss auf Tourismus

Peru war in den vergangenen Jahren immer wieder von politischen Wechseln und Protesten geprägt. Garcia betont jedoch, dass der Tourismus derzeit nicht beeinträchtigt sei. Proteste konzentrierten sich meist auf bestimmte Städte und hätten touristische Zentren zuletzt nicht betroffen.

Das Land verfüge über eine der stabilsten Volkswirtschaften Lateinamerikas, berichtet er. Für Reisende gebe es keinen Grund zur Sorge. Gleichwohl empfiehlt er, sich wie in jeder größeren Stadt umsichtig zu verhalten.

Präsenz auf der ITB

Auf der ITB in Berlin will Peru den Schwerpunkt auf Abenteuer- und Naturerlebnisse legen. Ziel ist es, das Bild des Landes als vielfältige Destination zu schärfen und neue Impulse im deutschen Markt zu setzen.

Garcia verweist auf die landschaftliche Bandbreite vom Andenhochland bis zur Küste und in den Regenwald. Diese Kontraste seien es, die viele Reisende nachhaltig beeindruckten – und die künftig noch stärker kommuniziert werden sollen.

Christian Schmicke

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