Vietnam streicht Inlandsflüge wegen Treibstoffmangels
Der Treibstoffmangel infolge des Iran-Kriegs zwingt Airlines in Asien zu ersten Einschnitten. Vietnam Airlines will ab 1. April zahlreiche Inlandsstrecken vorübergehend aussetzen. Auf den Philippinen könnten ähnliche Schritte bevorstehen.
iStock/Arkadiusz Warguła
An Vietnams Flughäfen, hier Hanoi, dürfte bald weniger los sein
Die Folgen des Iran-Kriegs treffen den Luftverkehr in Asien immer härter. In Vietnam zwingt die Knappheit bei Flugtreibstoff die Branche zu ersten Streichungen im Inland. Die Regierung hat angekündigt, dass Vietnam Airlines ab dem 1. April auf zahlreichen Strecken vorübergehend den Betrieb einstellt. Die Maßnahme gilt zunächst auf unbestimmte Zeit. Ziel sei es, die knappen Kerosinmengen so einzusetzen, dass wichtige nationale und internationale Verbindungen erhalten bleiben, so die vietnamesischen Behörden.
23 Flüge pro Woche fallen weg
Betroffen sind bei Vietnam Airlines unter anderem die Strecken Hai Phong – Buon Ma Thuot, Hai Phong – Cam Ranh, Hai Phong – Phu Quoc, Hai Phong – Can Tho, Ho-Chi-Minh-Stadt – Van Don, Ho-Chi-Minh-Stadt –Rach Gia und Ho-Chi-Minh-Stadt – Dien Bien. Auf diesen Verbindungen entfallen wöchentlich 23 Flüge.
Die staatliche Airline will nach Angaben der Luftfahrtbehörde zugleich zentrale nationale Routen weiter bedienen, um Handel, Tourismus und Außenbeziehungen des Landes zu stützen. In der ursprünglichen Vorlage war sogar von einem kompletten Wegfall der rund zwölf Inlandsverbindungen der nationalen Airline die Rede.
Auch Bamboo Airways streicht Verbindungen
Die private vietnamesische Fluggesellschaft Bamboo Airways konzentriert sich laut der staatlichen Nachrichtenagentur VTV in den kommenden zwei Monaten auf die Achse Hanoi – Ho-Chi-Minh-Stadt – Da Nang sowie auf stark nachgefragte Touristenziele wie Quy Nhon und Cam Ranh. Internationale Charterflüge nach China und auf die Philippinen sollen bestehen bleiben. In der Hochsaison will die Airline das Angebot halten, notfalls aber mit geringerer Frequenz als im Vorjahr.
Vietnam ist mit den Problemen nicht allein. Auf den Philippinen erklärte Präsident Ferdinand Marcos Junior nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg, es sei sehr wahrscheinlich, dass bald Flugzeuge wegen des Treibstoffmangels am Boden bleiben. Anders als Vietnam wolle Manila aber offenbar keine direkte politische Entscheidung treffen, sondern es den Airlines selbst überlassen, Verbindungen einzustellen.
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