US-Sanktionen zwingen Hotelketten zum Rückzug aus Kuba
Weiterer Rückschlag für den Tourismus auf Kuba. Die wichtigsten internationalen Hotelketten, darunter Iberostar und Meliá, ziehen sich im großen Stil aus dem sozialistischen Inselstaat zurück, um Sanktionen durch die US-Regierung zu vermeiden.
Iberostar
Das Laguna Azul in Varadero ist nicht mehr über Iberostar buchbar
Hintergrund ist eine neue US-Sanktionsstufe, die ab dem 5. Juni ausländische Firmen sanktioniert, sofern sie mit dem kubanischen Militärkonglomerat GAESA kooperieren. Dieses kontrolliert über seine Tourismussparte Gaviota S.A. rund 120 Hotelanlagen auf Kuba.
Auf der Webseite von Iberostar sind die Hotels, die bislang in einer Partnerschaft mit Gaviota betrieben wurden, bereits verschwunden. Insgesamt zwölf Hotels haben das Netzwerk verlassen, darunter das Luxushotel Iberostar Grand Packard in Havanna, der 155-Meter hohe Tower Iberostar Selection La Habana und mehrere Resorts in Varadero wie das Iberostar Laguna Azul.
Aktuell werden auf der Iberostar-Website nur noch sechs Hotels in Kuba geführt, die offenbar in keinem Zusammenhang mit Gaviota stehen. Auch Meliá wird wohl die Kooperation mit Gaviota beenden. Dies berichten übereinstimmend verschiedene Medien. Auf der Webseite der spanischen Hotelkette lassen sich die Änderungen aber noch nicht nachvollziehen. Meliá hat sich bislang auf eine Anfrage von Reise vor9 nicht zu der Entwicklung geäußert.
Von Iberostar heißt es, dass man derzeit kein offizielles Statement abgeben könne. Die Hotelgruppe verweist aber darauf, dass es am wichtigsten sei, dass Iberostar Cuba weiterhin im Land präsent bleiben und auch künftig Hotels in Reisezielen wie Havanna, Varadero, Trinidad und Cayo Guillermo betreiben wird.
Kaum noch Flüge nach Kuba derzeit aus Europa und Kanada
Bestätigt ist parallel dazu der Rückzug der Blue Diamond Resorts. Der kanadische Konzern betrieb zuletzt 62 Hotels auf Kuba, vor allem in Varadero und auf den Cayos, unter Marken wie Royalton. Nach Informationen von Reise vor9 bedeutet der Weggang der internationalen Hotelgesellschaften nicht zwangsläufig, dass die Anlagen umgehend geschlossen werden. Operativ werden die Hotels überwiegend von lokalen Teams bewirtschaftet.
Jedoch dürfte die Vermarktung der Häuser ohne die internationale Expertise und ohne Verträge mit Reiseveranstaltern zu einer Herausforderung werden. Zumal der organisierte Tourismus auf der Insel in Folge der Energiekrise und fehlender Flugverbindungen ohnehin zum Erliegen gekommen ist.
Pascal Brückmann