Tropensturm "Luban" nimmt Kurs auf Oman
Zum Wochenende könnte der Wirbelsturm auf die Küste im Südwesten des Landes sowie den Osten Jemens treffen. Bereits ab Donnerstag werden große Regenmengen erwartet, von denen die Gefahr von Erdrutschen und Überschwemmungen ausgeht. Noch allerdings ist die genaue Route, die der sich verstärkende Sturm nimmt, nicht klar.
Der südliche und östliche Jemen und der Südwesten Omans rüsten sich für Sturm "Luban". Vor einigen Monaten hatte der Zyklon "Mekunu" dort eine Schneise der Zerstörung mit 30 Toten und vielen Vermissten hinterlassen. Die jeweiligen Wetterdienste von Oman und Jemen warnen vor dem Sturm, der sich auf die arabische Halbinsel zubewegt. Besonders an exponierten Küstenregionen könne es schon am Donnerstag zu Orkanböen und einer Sturmflut kommen. Die Hauptgefahr gehe von den großen Regenmengen in den sonst sehr trockenen Regionen aus, die allerdings frühestens am Freitag oder Samstag zu erwarten seien und voraussichtlich bis Sonntag andauerten. Bereits im Mai kam es vor allem im Süden Omans zu Erdrutschen und zum Teil erheblichen Überschwemmungen.
Es sei allerdings noch nicht ganz klar, welche Richtung der Sturm tatsächlich nehme, so die örtlichen Meteorologen. Hamood Al-Naabiya, Sturmexperte beim Wetterdienst im Oman, vermutet die stärksten Ausläufer des Sturms an der westlichen Küste des Bundesstaats Dhofar und am Golf von Aden. In diesem Fall würde "Luban" wohl erst am Montag in Dschibuti in abgeschwächter auf Land treffen. Die zu erwartenden Schäden an Gebäuden und Infrastruktur wären geringer als bei dem Vorgängersturm im Mai 2018. Aktuell beträgt die Windgeschwindigkeit über dem Arabischen Meer bis zu 100 Stundenkilometern, Tendenz steigend.
Jemens metereologisches Institut sieht es als wahrscheinlich an, dass "Luban" im Laufe des Mittwochs zu einem ernsten Zyklon heranwachsen werde. Dementsprechende Warnungen gingen an die Schiffsbetreiber und Reedereien in der betroffenen Gegend. In der omanischen Touristenhochburg Salalah, die im Mai von Mekunu schwer getroffenen wurde, ist man bei augenblicklich schönstem Wetter noch gelassen. Der General Manager des Fünf-Sterne-Hotels Al-Baleed Resort Salalah, James Hewitson, teilte "Arab News" mit, man sei auf alles vorbereitet, glaube aber nicht, dass es Anlass zu großer Sorge gebe.
Andreas Förster