9. März 2026 | 16:00 Uhr
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Touristiker an der Costa del Sol schlagen Alarm

Tourismusunternehmer aus der Provinz Málaga sind aufgrund von Infrastrukturproblemen an der Costa del Sol aufgebracht. In einem Brief an Spaniens Regierung fordern sie einen Investitionsplan für Straßen, Bahn, Energie und Wasser.

Spanien Málaga

Touristiker aus der Provinz Málaga, hier ein Blick auf die Stadt, rufen Spaniens Regierung zu Hilfe bei der Verbesserung der Infrastruktur auf 

Marode Infrastruktur ist vielerorts in Deutschland ein Problem, doch auch andernorts treibt das Thema die Menschen um. Touristiker aus der spanischen Provinz Málaga drängen die Regierung in Madrid zu schnellen Investitionen in die Infrastruktur der Costa del Sol. In einem Brief an Ministerpräsident Pedro Sánchez warnen sie, dass Verkehrsprobleme, Engpässe bei Energie und Wasser sowie Schäden an der Küste die Wettbewerbsfähigkeit der Region gefährdeten.

Das Schreiben wurde vom Präsidenten des Hotelverbands Aehcos, José Luque, unterzeichnet. Es basiert auf einem einstimmigen Beschluss des Tourismusforums der Provinz. Darin äußert die Branche "große Sorge über fehlende Investitionen" in Bereichen, die in der Verantwortung des Staates liegen und den Tourismus direkt betreffen.

Verkehrsprobleme im Fokus

Ein zentraler Punkt der Kritik ist die Verkehrssituation. Besonders die Autobahn A-7, die entlang der Küste verläuft, sei regelmäßig überlastet, heißt es – sowohl im östlichen als auch im westlichen Abschnitt der Costa del Sol.

Die Unternehmen fordern neue Umgehungsstraßen und einen Ausbau der Kapazitäten. Gleichzeitig verweisen sie auf die gebührenpflichtige Autobahn AP-7, die eigentlich mehr Verkehr aufnehmen könnte. Ihrer Ansicht nach verhindern jedoch hohe Mautgebühren und unzureichende Anbindungen eine stärkere Nutzung.

Überlastete Bahnverbindung

Auch der Schienenverkehr steht in der Kritik. Die Nahverkehrslinie zwischen Málaga und Fuengirola erreicht nach Angaben der Branchenvertreter bereits mehr als 90 Prozent ihrer Kapazität. Gleichzeitig seien die Taktfrequenzen unzureichend.

Hinzu komme, dass wichtige Orte der Costa del Sol – etwa Mijas, Marbella oder Estepona – bislang nicht an das Netz angebunden seien. Die Unternehmer fordern daher den Bau einer Bahnlinie entlang der Küste zwischen Nerja und Algeciras. Diese Verbindung sei entscheidend, um die Mobilität zu verbessern und den täglichen Arbeitsweg vieler Beschäftigter zu erleichtern.

Weitere Risiken für den Standort

Neben der Verkehrsinfrastruktur nennen die Branchenvertreter auch Probleme bei Stromversorgung und Wassermanagement. Zudem habe sich der Zustand der Strände nach jüngsten Stürmen verschlechtert.

Sie drängen deshalb auf den schnellen Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen in der Axarquía sowie im Raum Fuengirola-Mijas. Gleichzeitig seien Maßnahmen zum Schutz und zur Regeneration der Strände nötig.

Bedeutung des Tourismus für die Region

Die Branche verweist auf die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors. Im Jahr 2025 kamen 14,6 Millionen Besucher in die Provinz Málaga. Der Tourismus erreichte nach Angaben von Aehcos eine Wirtschaftsleistung von rund 21,8 Milliarden Euro und sicherte etwa 152.000 Arbeitsplätze.

Die aktuellen Infrastrukturprobleme könnten langfristige Folgen haben, warnen die Wirtschaftsvertreter. "Die Reputation, die Dynamik und die Zukunftsperspektiven unseres Reiseziels stehen auf dem Spiel", heißt es in dem Schreiben.

Christian Schmicke

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