Spanien: Die Fiesta ist vorbei
Das gilt in touristischer Hinsicht zumindest für den Quellmarkt Deutschland. Hierzulande scheint sich das Ende des lang anhaltenden touristischen Wachstums spanischer Zielgebiete zu bestätigen. Im Juni ging die Zahl deutscher Besucher nach Zahlen des spanischen Statistikinstituts gegenüber dem Vorjahresmonat um 14 Prozent auf gut 1,2 Millionen zurück. Noch dramatischer präsentierte sich im Jahresvergleich der Rückzug der Schweizer Urlauber. Ihre Zahl lag laut offizieller Statistik um 17 Prozent unter der im Juni 2017.
Auch für das komplette erste Halbjahr ist der Trend eindeutig: 5,7 Prozent weniger Deutsche und 10,5 Prozent weniger Schweizer als im Jahr davor bereisten die Iberische Halbinsel und die spanischen Inseln in den ersten sechs Monaten 2018.
Andere Quellmärkte kompensieren das Minus
Dabei ist bemerkenswert, dass die Entwicklung in den Quellmärkten Deutschland und Schweiz keineswegs einen allgemeinen Trend widerspiegelt. So weist der wichtigste Quellmarkt, Großbritannien, lediglich ein Minus von zwei Prozent für das erste Halbjahr und von einem Prozent für den Reisemonat Juni auf. Und dies, obwohl das schwache britische Pfund Reisen in EU-Länder teurer gemacht hat.
Unterdessen schicken sich andere Herkunftsländer an, die Lücke aus dem deutschen Markt zu schließen. So stieg die Zahl der Einreisen aus den Niederlanden, Russland und Portugal von Januar bis Juni gegenüber dem Vorjahr um jeweils mehr als zehn Prozent. Aus den USA kamen sogar gut elf Prozent mehr Besucher.
So steht unter dem Strich für die erste Jahreshälfte ein Gästeplus von 1,6 und für den Monat Juni von 1,3 Prozent. Unter den Reisezielen erlebten Madrid und Valencia mit jeweils rund fünf Prozent mehr Besuchern das kräftigste Wachstum, während sich die Kanaren mit rund zwei und die Region Katalonien mit rund einem Prozent weniger Gästen zufriedengeben mussten. Auf den Balearen blieb die Zahl der Einreisen mit plus 0,4 Prozent relativ stabil.
Christian Schmicke