Schwere Unruhen in Mexiko nach Tod von Drogenboss
Nach dem Tod des Drogenbosses "El Mencho" bei einem Militäreinsatz kommt es in Mexikos Urlaubsregionen zu schweren Unruhen. In Puerto Vallarta und Guadalajara sitzen Tausende Touristen in ihren Hotels fest, der Flugverkehr ist teilweise eingestellt. Das Auswärtige Amt rät dringend, Unterkünfte nicht zu verlassen.
iStock Hung Chin Liu
Aktuell große Sorge um den Tourismus in Mexiko
Die Sicherheitslage im Westen Mexikos hat sich nach einer gezielten Operation der Streitkräfte am vergangenen Wochenende dramatisch zugespitzt. Auslöser der Gewaltwelle ist der bestätigte Tod von Nemesio Oseguera Cervantes, dem Anführer des Jalisco-Kartells der Neuen Generation (CJNG), der nach einem Zugriff in Tapalpa seinen Verletzungen erlag. Als direkte Reaktion darauf überzogen kriminelle Gruppierungen den Bundesstaat Jalisco sowie angrenzende Regionen mit einer Welle der Gewalt, die nun auch gezielt die touristische Infrastruktur trifft. Dies berichten in ausführlichen Berichten Der Spiegel und Bild.
Besonders betroffen ist die bei internationalen Gästen beliebte Küstenstadt Puerto Vallarta sowie der Großraum Guadalajara. Reisende vor Ort berichten von brennenden Fahrzeugblockaden, die den Transferverkehr zum Flughafen und zu den Hotels vollständig zum Erliegen gebracht haben. Mehrere nordamerikanische Fluggesellschaften, darunter Air Canada, reagierten umgehend auf die Bedrohungslage und strichen ihre Verbindungen nach Puerto Vallarta oder leiteten Maschinen weiträumig um. Auch am Flughafen Guadalajara kam es zu chaotischen Szenen und erheblichen Verzögerungen, wenngleich der Betrieb offiziell aufrechterhalten wird. Das Portal Global Travel Industry News spricht von einem "Bürgerkrieg."
Auswärtige Amt richtet sich mit Sicherheitshinweis an deutsche Urlauber
Die deutschen Vertretungen und das Auswärtige Amt haben ihre Sicherheitshinweise für die Bundesstaaten Jalisco, Colima und Michoacán verschärft. Urlaubern wird dringend empfohlen, sich an die "Shelter in place"-Anweisungen zu halten und ihre Hotels bis auf Weiteres nicht zu verlassen. Von Überlandfahrten wird strikt abgeraten, da die Situation auf den Fernstraßen unübersichtlich und gefährlich bleibt. Sollten Reisende dennoch auf Straßensperren treffen, gilt die dringende behördliche Anweisung, keinesfalls zu wenden oder Widerstand zu leisten, um eine Eskalation zu vermeiden.
Während sich die aktuellen Ereignisse auf die Pazifikküste konzentrieren, beobachten Sicherheitsbehörden auch die Lage in den touristischen Zentren der Karibikküste wie Cancún und Tulum mit Sorge. Bislang liegen dort aber keine Berichte über vergleichbare Ausschreitungen vor, dennoch mahnen internationale Beobachter auch hier zu erhöhter Wachsamkeit. Die mexikanische Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum hat die Präsenz der Nationalgarde in den Urlaubsgebieten massiv verstärkt, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten und die öffentliche Ordnung wiederherzustellen.