31. Oktober 2018 | 16:44 Uhr
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Schweiz-Tourismus hat die Trendwende geschafft

Nach einigen dürren Jahren ist die Schweiz touristisch wieder im Kommen. Das hat die Konjunkturforschungsstelle KOF im Auftrag des eidgenössischen Staatssekretariats für Wirtschaft ermittelt. So sei die Zahl der Übernachtungen im Sommer um 3,1 Prozent gestiegen, für die anstehende Wintersaison werde ebenfalls ein Plus von 2,3 Prozent erwartet. "Der Schweizer Tourismus hat die Trendwende geschafft", lautet das Resümee  der Marktforscher. Die stärksten Wachstumsimpulse kämen weiterhin aus dem Ausland, insbesondere den Fernmärkten.

Als entscheidenden Faktor machen die KOF-Experten eine zurückhaltende Preispolitik der als teuer geltenden Schweizer Touristik in den vergangenen Jahren aus. Gemessen an den Verbraucherpreisen insgesamt sei die Preisentwicklung im Tourismus „in den letzten Jahren flach und seit 2010 tendenziell rückläufig“ gewesen, erklären sie. In der Hotellerie sei der Preisrückgang seit 2015 "deutlich ausgeprägt" und die Preise lägen derzeit immer noch rund fünf Prozent unter dem Niveau von 2010. In den Nachbarländern seien die Preise im Tourismus seit 2005 um rund 30 bis 35 Prozent angestiegen. In der Schweiz habe der Preisanstieg lediglich bei zehn Prozent gelegen.

Wettbewerbsnachteil wettgemacht

"Durch die Preiszurückhaltung hat die Schweizer Tourismuswirtschaft den preislichen Wettbewerbsnachteil infolge der Frankenaufwertung teilweise wieder wettmachen können", urteilt die KOF. Die Aussichten für die kommenden zwei Tourismusjahre zeigten "klar nach oben". Die KOF rechnet für das laufende Tourismusjahr insgesamt mit einem Anstieg der Übernachtungszahlen um rund 3.8 Prozent. Die Dynamik werde in den kommenden Jahren etwas abflachen. Für das Tourismusjahr 2019 wird eine Zunahme um 2.7 Prozent prognostiziert. Unterstützt werde der Trend von der guten konjunkturellen Lage der Weltwirtschaft. Die höchsten Zuwächse werden weiterhin bei den Fernmärkten, insbesondere bei den asiatischen und nordamerikanischen Herkunftsländern, erwartet. Aber auch bei Gästen aus dem Euroraum "sollte sich die Erholung fortsetzen".

Ausländische Gäste geben wieder mehr Geld aus

Auch die Ausgaben der ausländischen Gäste seien 2017 erstmals nach dem kräftigen Rückgang im Zuge des Frankenschocks von 2015 wieder gestiegen. Wegen der steigenden touristischen Auslandsnachfrage werde in diesem Jahr das Wachstum der Ausgaben um 3.8 Prozent ansteigen.

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