16. Juli 2021 | 15:57 Uhr
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RKI stuft Kuba als Hochinzidenzgebiet ein

Wegen massiv gestiegener Infektionszahlen hat das Robert-Koch-Institut die Karibikinsel auf der Risikoskala hochgestuft. Damit gilt beginnend mit Sonntag eine Reisewarnung. Reiserückkehrer aus Kuba müssen sich in eine fünf- bis zehntägige Quarantäne begeben, wenn sie nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind.

Kuba Varadero

Für Kuba gilt nun wieder eine Reisewarnung

Auf Kuba steigt die Zahl der Coronainfektionen derzeit rasant, die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt derzeit bei 395. Obwohl Kuba zwei eigene Corona-Impfstoffe entwickelt hat, sind im Land erst gut 17 Prozent der Bevölkerung geimpft. Laut Medienberichten mangelt es bei den Impfstoffen an Vorprodukten, die importiert werden müssen.

Kuba leidet wirtschaftlich stark unter der Corona-Krise; mit dem Tourismus ist der wichtigste Devisenbringer des Landes eingebrochen. In den vergangenen Wochen entlud sich die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der immer schlechteren Versorgung in Massenprotesten. 

Die Versorgungslage im Land sei prekär geworden, sagte Kuba-Experte Professor Bert Hoffmann in der vergangenen Woche der "Tagesschau". Die Menschen müssten nicht nur viel Schlange stehen, sondern sie hätten konkret die Sorge, "wo sie etwas finden können, was sie am Abend auf den Essenstisch stellen". Dazu kämen Stromausfälle oder Medikamentenmangel, aber bestimmend sei der Mangel an Nahrungsmitteln. Hinzu komme die Pandemie mit steigenden Infektionszahlen und der Vertrauensverlust in die politische Führung, so der Wissenschaftler, der an der FU Berlin lehrt.

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