Niedrigwasser zwingt Flussreedereien zu ersten Absagen
Niedrige Pegelstände bringen Flusskreuzfahrten auf Rhein (Foto) und Donau schon früh im Sommer durcheinander. Phoenix Reisen hat die Rhein-Route der Aurelia kurzfristig geändert und eine Donau-Fahrt der Andrea abgesagt, Viva Cruises musste eine Donau-Fahrt ab Wien streichen. Auch Thurgau Travel hat bereits umgeroutet wie es auf Anfrage von Reise vor9 heißt.
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Die anhaltende Hitze führt zu Niedrigwasser auf wichtigen Wasserstraßen, wie dem Rhein
Das anhaltende Niedrigwasser setzt den Flusskreuzfahrten in Europa erneut zu. Besonders betroffen sind derzeit Rhein und Donau. Reedereien reagieren mit Umroutungen, geänderten Ein- und Ausschiffungsorten oder in einzelnen Fällen auch mit Absagen.
Bei Phoenix Reisen musste die Aurelia ihre ursprünglich geplante Route auf dem Rhein kurzfristig aufgeben. Wie die Reederei auf Anfrage bestätigt, kann das Schiff die betroffenen Abschnitte bei Kaub und Karlsruhe derzeit nicht passieren.
Phoenix weicht auf die Mosel aus
Statt der geplanten Strecke mit Stopps in Rüdesheim, Straßburg, Basel und Mainz führt die Reise nun über die Mosel. Auf dem neuen Fahrplan stehen Braubach, Cochem, Schweich bei Trier, Bernkastel-Kues, Winningen und Bonn. Die Passage durch das Mittelrheintal mit der Loreley entfällt. Von der ursprünglichen Route bleiben nur Köln und Koblenz erhalten. Auch eine weitere Flussreise mit Start am 11. Juli musste angepasst werden. Zudem sagte Phoenix die Reise der Andrea mit Beginn am 13. Juli ab. Andere Donaukreuzfahrten der Woche konnten nach Angaben des Veranstalters durchgeführt werden.
Thurgau routet um, sagt aber nicht ab
Auch Thurgau Travel kämpft mit den Folgen der niedrigen Wasserstände. Nach Unternehmensangaben kam es bislang zwar zu keiner Reiseabsage, mehrere Schiffe auf Ober- und Mittelrhein sowie auf der Mosel mussten aber umgeroutet werden. Teilweise wurden dabei auch Ein- und Ausstiegsorte geändert.
Die Gäste seien im Vorfeld informiert und über ihre Optionen aufgeklärt worden, teilt die Reederei mit. Auf der Donau gab es demnach bislang lediglich Änderungen bei den Ein- und Ausschiffungsorten, die Fahrten selbst fanden statt.
Thurgau kennt die Lage nach eigenen Angaben aus langjähriger Erfahrung auf dem Oberrhein gut. Ungewöhnlich sei in diesem Jahr vor allem der frühe Zeitpunkt. Schon im Sommerbeginn zwinge das Niedrigwasser die Veranstalter zu Eingriffen in den Fahrplan, so die Reederei auf Anfrage.
Bei Nicko fällt Donau-Reise zum Schwarzen Meer aus
Nicko Cruises teilt auf Anfrage von Reise vor9 mit, dass derzeit lediglich einzelne Reisen von Anpassungen betroffen seien. Bei den Fahrten auf dem Rhein habe man bei den Schiffen Rhein Melodie und Rhein Symphonie kleinere Änderungen im Routing vorgenommen. "Auf der Donau mussten wir die am 13. Juli startende 15-tägige Kreuzfahrt der Nicko Vision zum Schwarzen Meer aufgrund der aktuellen Wasserstandsituation schweren Herzens absagen, da sie nicht wie geplant durchgeführt werden konnte", so der Kreuzfahrtspezialist.
Viva Cruises streicht Donaufahrt ab Wien
Auf der Donau hat auch Viva Cruises reagieren müssen. Die Reederei hat die Reise der Enjoy vom 15. bis 22. Juli kurzfristig abgesagt. Die Kreuzfahrt sollte ab und bis Wien unter anderem nach Vac, Budapest, Bratislava, Dürnstein, Melk und Linz führen. In einem Schreiben an die Gäste erklärt Viva laut Medienberichten, die aktuellen Pegelstände und Prognosen ließen eine sichere Durchführung nicht zu. Trotz intensiver Bemühungen und der Prüfung verschiedener Alternativen sei die Reise nicht machbar.
A-Rosa-Schiffe noch im Plan
Von A-Rosa heißt es, dass alle Abfahrten, nicht nur auf der Donau, derzeit planmäßig stattfänden. Bei niedrigen Pegelständen auf einzelnen Flussabschnitten könne es jedoch zu Anpassungen der Reiserouten oder Ein- und Ausschiffungshäfen kommen. "Sollte ein Reiseverlauf nicht wie geplant möglich sein, informieren wir frühestmöglich und organisieren eine attraktive Alternativroute mit Ausflugsprogramm", so die Flussreederei.
Sabine Schreiber-Berger
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